05.11.2013

Bei der Kirche ist ein Bijou entstanden

Einzig eine neue Rampe für Rollstuhlfahrende ist beim alten Gebäude neu dazugekommen. ra

Einzig eine neue Rampe für Rollstuhlfahrende ist beim alten Gebäude neu dazugekommen. ra

Blumenstein • Vor gut einem Jahr ist mit den Umbau- und Sanierungsarbeiten an der Pfrundscheune begonnen worden. Nächsten Sonntag wird das Gebäude offiziell eingeweiht.

Rita Antenen

Im September 2012 begann der Umbau der alten Pfrundscheune. Es musste dabei daruf geachtet werden, das äussere Erscheinungsbild und die wesentlichen inneren Strukturen zu erhalten. In enger Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege, dem Amt für Gemeinde und Raumplanung und den Architekten Willi Schranz, Atelier für kirchliche Bauten und praktische Denkmalpflege (Steffisburg) sowie Adrian Bühler, bühler architekten ag (Thun), ist in den vergangenen Monaten ein gediegener, freundlicher und transparenter Treffpunkt entstanden.

Vor Überraschungen nicht gefeit

Die bestehende Holzkonstruktion wurde gereinigt und schadhafte Teile ersetzt. Im Innenausbau ergänzen sich Alt und Neu auf eine elegante Art und Weise. Die Beleuchtung ist mit fortschrittlichen und stromsparenden LED ausgerüstet, wobei die Bauherrschaft bewusst auf den Komfort einer programmierbaren Steuerung verzichtet hat. Die bestehende Heizungsanlage im Pfarrhaus produziert die Wärme mittels Erdsonde und Öl. Bei den Holzdecken im Erdgeschoss wurde ein besonderes Augenmerk auf den Trittschall und die Akustik gesetzt. Wie fast immer bei der Sanierung alter Gebäude gab es bei der Umsetzung die eine oder andere Überraschung. Hans Häusler, Präsident der Kirchgemeinde erwähnt in diesem Zusammenhang: «Der lange und strenge Winter hat das Bauprogramm zeitlich etwas durcheinander gebracht. Zudem hatten wir mit aufsteigender Feuchte in den Aussenwänden zu kämpfen. Die Herausforderungen wurden aber gemeistert.»

Im Erdgeschoss dient der Korridor zur Erschliessung der sehr komfortabel eingerichteten Küche und dem Gruppenraum, der früher Hoftiere beherbergte. Der Stichkorridor bildet den Zugang zur Treppe in das Obergeschoss und zu den Toiletten. Die warmen Farben der Wände setzen einen weiteren besonderen Akzent. Im Obergeschoss befindet sich der Hauptraum und bietet Platz für 100 Personen. Im Dachgeschoss wurde eine Galerie eingebaut, die sich sehr gut in das Ganze einfügt und zusätzlich für 25 Personen Platz bietet. «Die zwei Innenmauern im Korridor waren in einem sehr schlechten Zustand und nicht mehr zu retten. Die Backsteinmauern wurden von den Lehrlingen der Firma Zaugg  AG in einer speziellen Technik wieder hergestellt», erläutert Willi Schranz.  Adrian Bühler betonte bei der Begehung der neuen Räumlichkeiten: «Das Gebäudevolumen durfte nicht vergrössert werden, dies war eine Auflage. Diese haben wir erfüllt. Einzig der Steg für Rollstuhlfahrer auf der Rückseite des Gebäudes, der in einer Stahlkonstruktion ausgeführt wurde, ist dazu gekommen.» Zusätzlich dient dieser Steg als Fluchtweg.

Einzigartiger Ort

Die Kirche Blumenstein mit der dazugehörenden Gebäudegruppe liegt an einem einzigartigen Ort. Eingebettet in die Schönheiten der Natur am Jakobsweg. Er gilt als Kraftort und Spiritualitätsquelle. Die neugestaltete Pfrundscheune wird für viele Veranstaltungen wie Feste,  Apéros, Kurse, Seminare, Konzerte, Lesungen und KUW-Unterricht und vieles mehr besucht und gebucht werden. Ab dem 10. November erlebt das Gebäude einen neuen spannenden Abschnitt seiner Geschichte.

Einweihungsfeier der Pfrundscheune Blumenstein, Sonntag, 10. November. 9.30 Uhr: Gottesdienst mit Kinderhütedienst, 11 Uhr: Apéro riche, 13 Uhr: Führung durch die neuen Räumlichkeiten mit Adrian Bühler und 13.30 Uhr mit Willi Schranz.