Jobs von A bis Z.

06.01.2015

Erst muss der Verkehr flüssiger durchs Zentrum geführt werden

Von fast leeren Strassen auf der Ortsdurchfahrt Münsingen kann im Berufsverkehr nur geträumt werden. zvg

Von fast leeren Strassen auf der Ortsdurchfahrt Münsingen kann im Berufsverkehr nur geträumt werden. zvg

Münsingen • Pendler und Pendlerinnen können ein Lied singen: Im morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr ist die Ortsdurchfahrt überlastet. Leidtragende sind auch Reisende, die auf den öffentlichen Verkehr angewiesen sind.

sl/pd

Seit längerer Zeit herrscht in Münsingen wegen des hohen Verkehrsaufkommens eine unbefriedigende Situation bei der Ortsdurchfahrt. Davon betroffen sind auch die Fahrgäste der Orts- und Regionalbuslinien. Die Regionalkonferenz Bern-Mittelland (RKBM) hat deshalb ein Konzept für ein Busangebot erarbeitet, das die Grundlage für die Ausschreibung der Leistungen durch den Kanton bildet. Das Regional- und Ortsbusnetz stellt die Anbindung der umliegenden Gemeinden und der einzelnen Ortsteile Münsingens an die Bahnlinie Bern–Thun sicher. Die Buslinien sind jedoch aufgrund der Verkehrsverhältnisse zu den Hauptverkehrszeiten verspätungsanfällig. Anschlüsse an die Bahn sind teilweise nicht gewährleistet.

Beschränkte Optimierungsmöglichkeiten

Das Busangebot sei bereits heute effizient, aber auch stark ausgereizt, schreibt die RKBM in einer Mitteilung. Mehr Fahrplanstabilität liesse sich nur durch direktere Linienführungen und in beschränktem Masse durch den Einsatz von zusätzlichen Fahrzeugen erreichen. «Der Spielraum für Verbesserungen ist daher klein», heisst es weiter. In der Problemanalyse wurden die «Tangento»-Linie Belp–Münsingen–Konolfingen und die Ortsbuslinien gemeinsam betrachtet. Für diese Linien hängt die optimale Lösung davon ab, ob in Zukunft ein zusätzliches Fahrzeug eingesetzt werden kann. Stehen künftig nicht mehr Ressourcen zur Verfügung, wäre zur Erhöhung der Attraktivität eine Ausdehnung des Halbstundentakts zwischen Münsingen und Konolfingen am Nachmittag mit Bedienung des Spitals denkbar. Damit liesse sich auch das Ortsbusangebot mit direkteren Fahrten verbessern.

Die Defizite der Linien im südlichen Bereich (167 Münsingen–Wichtrach–Oberdiessbach, 165 Münsingen–Wichtrach–Kirchdorf und 166 Wichtrach–Kaufdorf) seien heute vor allem auf die ungenügende Anschlusssicherheit in Kaufdorf und Wichtrach zurückzuführen. Nachteilig wirke sich zudem aus, dass diese Linien das Dorfzentrum von Münsingen nicht bedienen, ist zu lesen.

Kleinere Korrekturen

Auf den Fahrplanwechsel im letzten Dezember sind die Abfahrtszeiten der Linie 165 leicht angepasst und das Wenden der Linie 166 in Wichtrach verkürzt worden. Diese Massnahmen dürften mehr Fahrplanstabilität und Anschlusssicherheit auf den Regionalbuslinien bringen. Grundsätzlich liessen sich Verbesserungen für das Busangebot nur mit der Sanierung der Ortsdurchfahrt – inklusive Busbevorzugungmassnahmen – realisieren, ist die RKBM überzeugt. Die erneute Bedienung des Zentrums von Münsingen durch die Linien 165 und 167 sei erst sinnvoll, wenn die Ortsdurchfahrt saniert und ein flüssiger Verkehr auf dieser Achse garantiert ist.

Die Kommission Verkehr der RKBM hat das Buskonzept Münsingen zur Mit- wirkung freigegeben. Diese dauert bis zum 10. Februar. Im Anschluss wird das Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons Bern die Ausschreibung der untersuchten Buslinien per Dezember 2017 vorbereiten.

www.bernmittelland.ch