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29.09.2015

Die letzten Tage des «Modellfalls»

Über ein Jahr lang gehören afrikanische Flüchtlinge zur Riggisberger Dorfgemeinschaft.Doris Eckstein und Pfarrer Daniel Winkler koordinieren in Riggisberg rund 40 freiwillige Helferinnen und Helfer.Eine kurdische Grossfamilie aus Syrien im DZ Riggisberg: Mohammed (2.v.l.) übersetzt für seinen älteren Bruder Kamel (ganz rechts) vom Arabischen ins Deutsche.André PerroudMichael Bürki

Über ein Jahr lang gehören afrikanische Flüchtlinge zur Riggisberger Dorfgemeinschaft.

Doris Eckstein und Pfarrer Daniel Winkler koordinieren in Riggisberg rund 40 freiwillige Helferinnen und Helfer.

Eine kurdische Grossfamilie aus Syrien im DZ Riggisberg: Mohammed (2.v.l.) übersetzt für seinen älteren Bruder Kamel (ganz rechts) vom Arabischen ins Deutsche.

André Perroud

Michael Bürki

Riggisberg • Ende Dezember schliesst das Durchgangszentrum für Asylsuchende seine Tore. Trotz dem akuten Mangel an Unterbringungsplätzen beharrt der Gemeinderat auf dem mit dem Kanton vereinbarten Schliessungstermin.

Sebastian Meier

Als «Modellfall» und «Vorzeigebeispiel», sogar als «kleines Wunder» wurde die Gemeinde Riggisberg über die vergangenen Monate in den Medien gefeiert.

Fotoreporter und Printjournalisten aus der ganzen Schweiz kamen in die Gantrischgemeinde, das Radio und das Fernsehen waren zu Besuch. Erfolgsregisseur Markus Imhoof drehte hier jüngst einen Dokumentarfilm ab und zuletzt besuchte im Sommer sogar der Bundesrat die 2500-Seelen-Gemeinde Riggisberg. Der Grund für all die positiven Schlagzeilen ist ungewöhnlich: Ein Durchgangszentrum für Asylsuchende (DZ). Oder präziser ausgedrückt: Der unaufgeregte Umgang der Riggisbergerinnen und Riggisberger mit 150 Flüchtlingen aus aller Welt. 

Tatsächlich blieb die befürchtete Protestwelle aus, als der Gemeinderat dem Kanton im letzten Jahr seine stillgelegte Zivilschutzanlage zur Verfügung stellte.  Im Gegenteil: Reihenweise Einheimische meldeten sich als freiwillige Helferinnen und Helfer, bauten Bildungsangebote, Begegnungsorte und Beschäftigungsprogramme für die Asylsuchenden auf. 

Kritik mit der Faust im Sack

Selbstverständlich gab es immer auch kritische Stimmen – namentlich aus der direkten Nachbarschaft des DZ. Eine wüste Massenschlägerei wenige Mo­nnate nach der Eröffnung des DZ schien die Stimmung im Dorf zum Kippen zu bringen. Aber die Gemeinde konnte schon bald wieder auf den kurzfristig installierten privaten Sicherheitsdienst verzichten. Die Freiwilligen arbeiteten unbeirrt weiter. Selbst die Kritiker bekämpften das DZ nicht grundsätzlich. «Viele machen die Faust im Sack, bis der 31. Dezember kommt», ist André Perroud, Nachbar des DZ, überzeugt. Dann wird der Vertrag der Gemeinde mit dem Kanton auslaufen und das DZ geschlossen.

Vize-Gemeindepräsident Michael Bürki bestätigt auf Anfrage, dass am vereinbarten Schliessungstermin festgehalten wird. «Das Datum ist nicht verhandelbar.» Die künftige Nutzung der Zivilschutzanlage ist indes noch offen. Im Raum steht die Verlegung des baufälligen Feuerwehrmagazins an diesen Standort oder eine Umnutzung für die offene Jugendarbeit. 

Klar ist aber auch, dass der Kanton die 150 Asylsuchenden in absehbarer Zeit an einem anderen Ort wird unterbringen müssen. Dies in einer Situation, in der bereits 500 zusätzliche Plätze gesucht werden. Jüngst hat der Regierungsrat für diesen Zweck eine Task Force eingesetzt.

Unter den Freiwilligen in Riggisberg mischt sich derweil ein Hauch von Wehmut in die tägliche Arbeit mit den Flüchtlingen. «Wir sind mit diesen Menschen eine emotionale Bindung eingegangen», sagt Pfarrer Daniel Winkler. Im Hinterkopf habe er deshalb noch eine gewisse Hoffnung, dass der «Modellfall Riggisberg» 2016 doch noch weitergeführt wird.

Stolz und Wehmut vor der Rückkehr zur Normalität

Riggisberg • Ende Jahr schliesst das Durchgangszentrum für Asylsuchende. Der Vertrag zwischen Gemeinde und Kanton war von Anfang an befristet. Während sich einige Einheimische den Termin herbeisehnen, kommt bei anderen Wehmut auf. 

Es blieb seltsam ruhig in Riggisberg, als im Frühsommer 2014 ein Schreiben mit brisantem Inhalt an alle Riggisberger Haushalte verschickt wurde. Der von der SVP dominierte Gemeinderat hatte positiv auf einen Aufruf des Kantons reagiert, mögliche Liegenschaften für die Unterbringung von Asylsuchenden zu melden und zur Verfügung zu stellen. Bereits damals prägten Kriegsbilder aus Syrien und überfüllte Boote auf dem Mittelmeer die Nachrichten. Wenig später war die Zivilschutzunterkunft geöffnet und die ersten Flüchtlinge zogen ein. Bald war die Anlage mit 150 dunkelhäutigen Menschen voll besetzt – mehrheitlich mit jungen Männern aus dem ost-afrikanischen Eritrea. 

Mit Blick auf Erfahrungen aus anderen ländlichen Gemeinden musste der Gemeinderat mit turbulenten Gemeindeversammlungen und geharnischten Reaktionen aus der Bevölkerung rechnen. Aber es kam anders. Kurz nach der Eröffnung des Durchgangszentrums (DZ) zählte die Liste der freiwilligen Helferinnen und Helfer drei mal mehr Namen als die Mitgliederkartei der DZ-kritischen Anwohnerinitiative. Innert kürzester Zeit wurden Bildungsangebote, Beschäftigungsprogramme und Begegnungsorte aus dem Boden gestampft.

In den Medien wurde der Fall Riggisberg bald als Vorzeigebeispiel für eine gelebte Integration gefeiert. Zuletzt kam sogar der Bundesrat auf Besuch, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Immer mehr Medien berichteten positiv aus Riggisberg – schweizweit. Ende Jahr schliesst das DZ nun aber planmässig seine Tore. Damit endet auch ein bewegtes Kapitel Dorfgeschichte.

Gemeindepräsidentin als Blitzableiter

Dutzende Male wurden Doris Eckstein und Pfarrer Daniel Winkler schon nach dem Riggisberger Erfolgsrezept gefragt. Eine klare Antwort haben die beiden auch nach über einem Jahr Engagement in der Koordination von über 40 Freiwilligen nicht parat. Klar sei, dass die Bevölkerung tolerant, das politische Klima konstruktiv und die Asylsuchenden bemüht sein müssten. Zudem müssten die Betreiber des DZ – in Riggisberg die Heilsarmee Flüchtlingshilfe – bereit sein, die Freiwilligen machen zu lassen. «Ohne das läuft nichts», sagt Eckstein und ist voll des Lobes für alle Beteiligten. Andere Aspekte seien ganz speziell in Riggisberg verankert – SVP-Gemeindepräsidentin Christine Bär beispielsweise. Sie habe in Kauf genommen, zur Reizfigur und somit zum Blitzableiter für allerlei negative Reaktionen aus der ganzen Schweiz zu werden. «Hier in Riggisberg konnte sie viele wichtige Leute überzeugen und hinter sich scharen», sagt Winkler. Nicht zuletzt wegen ihr wehrte sich die örtliche SVP nie grundsätzlich gegen das DZ im Dorf.

Auch das Wohnheim oberhalb Riggisberg habe eine Rolle gespielt. Seit Jahrzehnten sei das Wohnheim untrennbar mit dem Dorf verwoben. Die Anwesenheit von psychisch kranken und geistig behinderten Menschen habe die Werte der Dorfgemeinschaft geprägt, «einen Grundanstand gegenüber der Abweichung entstehen lassen» und die Grenzen der Normalität ein bisschen aufgeweicht, sagt Winkler. «Für Flüchtlinge, die schon nur wegen ihrer Hautfarbe aus dem Rahmen fallen, sind das gute Voraussetzungen.»

Eine breit gefasste Normalität

Und schliesslich war da noch ein kleines Heer von Freiwilligen, das als unermüdlicher Vermittler zwischen Dorfgemeinschaft und Diaspora auftrat. Bis heute engagieren sich täglich Leute aus Riggisberg und seinen Nachbardörfern ohne Lohn für die Flüchtlinge, geben Deutschkurse und Aerobic-Lektionen, gärtnern und nähen, suchen Verbündete beim lokalen Gewerbe, packen an und helfen aus, wo immer es nötig ist. Integration sei in Riggisberg keine leere Worthülse, sondern tägliche Praxis. Dabei gehe es im Übrigen nicht darum, die Flüchtlinge zu «verhätscheln», wie ihnen ab und zu vorgeworfen wird. «Weil geregelte Arbeitsverhältnisse für Flüchtlinge bis zum Asylentscheid gesetzlich untersagt sind, ist die Zeit in Riggisberg für Frauen, Männer und Kinder in erster Linie eine Wartezeit.» Eine Wartezeit, die über ein Jahr dauern kann. «Wer nichts zu tun hat, kommt auf dumme Ideen», sagt Winkler. 

Freiwillige Arbeit sei aber auch nicht einfach nur Wohltätigkeit oder Konfliktprävention. «Für viele ist es eine Herzensangelegenheit geworden.» Umso härter werde es sein, wenn das DZ an Silvester dieses Jahres planmässig schliesst und viele bekannte Gesichter aus dem Dorf verschwinden. «Wir sind emotionale Bindungen mit den Menschen eingegangen.» Man habe sich auf die einzelnen Menschen und Schick-sale eingelassen. Diese einfach wieder loszulassen, werde für alle, die geholfen haben, ein schwieriger Prozess.

Irgendwo im Hinterkopf verstecke sich dann auch noch die Hoffnung, dass das Zentrum in irgendeiner Form trotzdem weitergeführt werden kann, sagt Winkler. Beispielsweise in reduzierter Form mit nur noch 50 oberirdischen Betten. Gleichzeitig müsse man sich keine Illusionen machen: «Die Mehrheit der Dorfbewohner ist gegenüber dem DZ weiterhin skeptisch eingestellt – auch wenn es niemand laut sagt». Immerhin könne man für sich in Anspruch nehmen, den «stillen Wutbürgern» durch das geglückte Projekt gewissermassen die Argumente genommen zu haben. 

Schwarze in der Nachbarschaft

Tatsächlich scheint das Thema DZ im Dorf ein heisses Eisen zu sein. Bei einer nicht-repräsentativen Spontanumfrage im Dorfzentrum bricht die Mehrheit der Passanten das Gespräch harsch ab, wenn die Frage nach den Asylsuchenden aufkommt. Die Personen, die Auskunft geben, haben allesamt mindestens ein negatives Erlebnis mit den «Asylanten» zu erzählen. Besonders eine Massenschlägerei im September vor einem Jahr ist im Dorf noch in wacher Erinnerung. Alle Befragten gestehen aber auch ein, dass mittlerweile seit einer langen Zeit kaum mehr etwas Nennenswertes passiert sei. Im Gegenteil: Man habe sogar schon den einen oder anderen hilfsbereiten Flüchtling angetroffen und schätze die bunten Putzequipen im Dorf. Eine ältere Frau hat sich sogar bereits mit zwei jungen Eritreern arrangiert, die in ihren Block gezogen sind. «Am Anfang war es etwas laut, nach einmal Reklamieren ist aber alles in Ordnung.»

Neun Monate und zehn Tage

Im DZ haben die Riggisbergerinnen und Riggisberger übrigens einen hervorragenden Ruf. «Menschen in Riggisberg: gut», sagt etwa Kamel aus Syrien. Fünf Mitglieder der insgesamt 11-köpfigen Familie haben sich um ein kleines Plastiktischchen in der Zimmermitte zu süssem Kaffee, Trauben und Sonnenblumenkernen versammelt. Der jüngste Spross, Ahmad, kurvt in Rollschuhen durchs Zimmer, während der zweitjüngste, Mohammed, Arabisch in fliessendes Deutsch übersetzt. 

Sie seien glücklich im sicheren Riggisberg zu sein, wo keine Fassbomben fallen und Leute ermordet werden. Kamel freut sich aber auch auf den Tag, an dem sie das DZ verlassen und in die eigene Wohnung ziehen können. «In zwanzig Tagen wohnen wir genau zehn Monate hier.» Immerhin wurde der Familie ein eigenes Zimmer zugeteilt, was bedeutend komfortabler ist als die Massenschläge im Untergeschoss, wo die Asylsuchenden zwischen fensterlosen Betonwänden, Schulter an Schulter in unbequemen Kajütenbetten schlafen. Kamel möchte arbeiten und Deutsch lernen wie sein kleiner Bruder. Vorerst gilt es aber noch zu warten. Vielleicht Wochen, vielleicht Monate.

Der kleine Mohammed blättert derweil in der druckfrischen Ausgabe der «Schweizer Familie». Auf dem Titelblatt steht in grossen Buchstaben: «Wir sind Riggisberg». Umkreist ist der Schriftzug von zwölf Portraits von Riggisbergern und Riggisbergerinnen aller möglichen Hautfarben. Bereits in wenigen Wochen dürfte dieses Bild wieder deutlich einheitlicher ausfallen.

«Konflikte werden totgeschwiegen»

NACHBARSCHAFT • André Perroud ist Nachbar des Durchgangszentrums und präsidiert eine kritische IG. Das Bild eines harmonischen Zusammenlebens entspreche nicht der Realität. 

«Alles ist immer nur rosa», sagt André Perroud mit sarkastischem Unterton. Der direkte Nachbar des Durchgangszentrums (DZ) in Riggisberg gründete bereits wenige Tage nach dem Beschluss des Gemeinderates, die Zivilschutzanlage zu öffnen, unter dem Namen IG-AZR eine Nachbarschaftsinitiative. Die Mehrzahl der direkten Anwohner sei mittlerweile an Bord, sagt Perroud. Heute zähle die IG 24 Mitglieder. Perroud lacht bitter, verwirft die Hände und verdreht die Augen wenn er Begriffe wie «Modellfall» und «Musterbeispiel» hört. «Die meisten im Dorf machen einfach die Faust im Sack», glaubt er. Wer sich kritisch äussere, werde schnell in die rechtsradikale Ecke gedrängt, mit der  Perroud nichts zu tun haben will. Und für die Medien sei der Fall Riggisberg nur als makelloses Beispiel eines harmonischen Miteinanders interessant. «Konflikte werden systematisch totgeschwiegen, obwohl es immer wieder Probleme gibt», sagt Perroud. 

Er berichtet von Diebstählen, Littering, kiffenden Asylsuchenden und Grapschern im Postauto. Weit über 30 Mal sei die IG bereits wegen Nachtruhestörungen beim DZ oder auf der Gemeinde vorstellig geworden – jeweils mit bescheidenem Erfolg. Alle Erfahrungsberichte werden feinsäuberlich auf einer Internetseite veröffentlicht, zuletzt auch Mutmassungen darüber, dass Asylsuchende aus Riggisberg Frauen aus dem DZ zur gewerbsmässigen Prostitution zwingen. Mit eiserner Beharrlichkeit pocht Perrouds Nachbarschaftsinitiative auf die Einhaltung von Ruhe und Ordnung vor der eigenen Haustür. «Alles muss bemängelt und eingefordert werden, sonst bewegt sich in unserer Gemeinde gar nichts.» Insofern sei es bis zu einem gewissen Grad Verdienst der IG, dass die Nachtruhestörungen zuletzt tatsächlich abgenommen und die Asylsuchenden die hiesigen Regeln verstanden hätten.

Das Vertrauen in Behörden und Polizei habe er aber längst verloren und den von der Gemeinde initiierten runden Tisch boykottiert die IG bereits seit Monaten. «Es ist Aufgabe des Gemeinderates uns zu vertreten», sagt Perroud. Er hofft, dass in Kürze die Feuerwehr in die Zivilschutzanlage einzieht, wie dies die Gemeindeversammlung im vergangenen Jahr vorgeschlagen hat. 

Daran, dass die Tore des DZ Ende Jahr tatsächlich schliessen, glaubt Perroud in Anbetracht der schwelenden Flüchtlingskrise nicht. Vorsorglich hat Perroud deshalb schon juristische Abklärungen eingeleitet, wie sich ein dauerhaftes DZ in der Nachbarschaft auf den Preis seiner Liegenschaft auswirken würde. «Mit der Wertminderung gehe ich im Notfall bis vor Bundesgericht.»

«Das Datum der Schliessung wird nicht verhandelt»

Nachgefragt • Vize-Gemeindepräsident Michael Bürki zur aktuellen und zukünftigen Nutzung der ehemaligen Zivilschutzunterkunft in Riggisberg.

Riggisberg verfügt nun seit über einem Jahr über ein Durchgangszentrum für Asylsuchende (DZ). Was ziehen Sie für eine Zwischenbilanz?

Michael Bürki: Der Gemeinderat zieht eine sehr positive Zwischenbilanz. Die Zusammenarbeit mit der Heilsarmee Flüchtlingshilfe war gut, die Vorgehensweise dank dem runden Tisch koordiniert. Viele Freiwillige engagieren sich und unterstützen die Asylsuchenden im Alltag. Die gemeinnützige Arbeit der Asylsuchenden zu Gunsten der Gemeinde fördert das Zusammenleben im Dorf.

Es war ein Jahr mit einer schweizweiten, zuletzt nur noch positiven Medienpräsenz für Riggisberg. Hat der Ruf der Gemeinde vom DZ sogar profitiert?

Bürki: Seit dem Schulreisli des Bundesrates hat das DZ Riggisberg ein grosses Medienecho ausgelöst. Es freut uns sehr, dass die Freiwilligen und die Arbeit der Gemeinde in diesem Kontext anerkannt werden. Dies entspricht voll und ganz dem Motto «Riggisberg erleben».

 

Wie beurteilen Sie die Stimmung in der Bevölkerung? 

Bürki: Mit eingehenden Kritiken gehen wir direkt um. Wir sprechen die Punkte offen und klar an und reagieren zielgerichtet, wenn dies angezeigt ist. Ebenfalls trägt sicher die Tatsache mit, dass das DZ per Ende Jahr schliesst. Ein grosser Teil der Bevölkerung hat sich mit dem DZ arrangiert.

 

Dem Kanton mangelt es derzeit an Unterbringungsplätzen für Asylsuchende. Wird dennoch am Schliessungstermin Ende Jahr festgehalten?

Bürki: Ja, der Gemeinderat hat den Mietvertrag wie vereinbart per 31. Dezember 2015 gekündigt. Dieser Punkt wird nicht verhandelt.

Kommt allenfalls ein reduzierter Weiterbetrieb mit weniger Betten in Frage? 

Bürki: Nein, die Kündigung betrifft die ganze Liegenschaft.

 

Gibt es bereits Pläne für die Umnutzung der Zivilschutzunterkunft?

Bürki: Der Gemeinderat hat nach dem Rückzug der Armee mögliche Alternativen geprüft. Im Moment laufen hierzu die Gespräche und Berechnungen. Die Gemeindeversammlung vom letzten Jahr hat den Gemeinderat beauftragt, zusätzlich die Integration des Feuerwehrmagazins an diesem Standort zu prüfen. Hierzu laufen Vorbereitungen, Prüfungen und Analysen. Dieses Geschäft wird an einer nächsten Versammlung traktandiert sein. Die Nutzung soll auch in Zukunft (wie bisher) den Vereinen offen stehen. Ebenfalls wäre eine allfällige Integration der regionalen offenen Jugendarbeit eine Möglichkeit.