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11.07.2017

Berufsausbildung wird immer beliebter

Das BIZ Thun bietet alle nötigen Informationen über Ausbildungsmöglichkeiten und Angebote.

Das BIZ Thun bietet alle nötigen Informationen über Ausbildungsmöglichkeiten und Angebote.

Schulabgänger • Nur 207 von 8135 Jugendlichen haben nach Ende der obligatorischen Schulzeit noch keine Anschlusslösung; über die Hälfte schlagen den Weg der beruflichen Grundbildung ein. Dennoch bleiben viele Lehrstellen unbesetzt.

pd

Fast alle der 8135 Jugendlichen, die diesen Sommer die obligatorische Schule verlassen, haben eine Anschlusslösung gefunden. Lediglich 207 von ihnen waren am 1. Juni noch auf der Suche. Dies zeigt die jährliche Umfrage der Berufsberatungs- und Informationszentren BIZ des Kantons Bern bei Lehrkräften der deutschsprachigen 9. Schuljahre und Quarta-Klassen. Zum gleichen Zeitpunkt gab es noch zahlreiche offene Lehrstellen.

53,3 Prozent wollen Beruf lernen

Die Umfrage bestätigt den langjährigen Trend, wonach immer mehr Jugendliche nach der Volksschule direkt in eine Berufslehre oder in eine Mittelschule einsteigen. Im deutschsprachigen Kantonsteil entschieden sich 53,3 Prozent der Schulabgängerinnen und -abgänger für eine berufliche Grundbildung (Berufslehren EBA oder EFZ, schulische berufliche Grundbildung). Der Wert stieg damit gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Prozent an. 19,8 Prozent der Jugendlichen werden das Gymnasium besuchen, etwa gleich viele wie im Vorjahr. Mit 3,9 Prozent gewinnen die Fachmittelschulen weiter an Bedeutung. Vor einem Jahr wählten erst 2,9 Prozent diesen Weg.

Auf Umwegen zum Ziel

Dass sich immer mehr Jugendliche für den Direkteinstieg in eine zertifizierende Grundbildung (Berufsbildung, Gymnasium oder Fachmittelschule) entscheiden, wertet die Behörde als erfreulich. Wählte 2007 noch fast jeder fünfte Jugendliche den Umweg über ein berufsvorbereitendes Schuljahr, waren es 2017 nur noch 10,7 Prozent. Mit 1,2 Prozent praktisch unverändert ist der Anteil Jugendlicher, die eine Vorlehre antreten. 5,7 Prozent wollen ein privates Brückenangebot oder ein Sprachjahr absolvieren, 2,6 Prozent der Jugendlichen werden in ein Praktikum, ein praktisches Zwischenjahr oder ein Motivationssemester eintreten.

Nur gerade 2,9 Prozent der Jugendlichen hatten am Stichtag noch keine Anschlusslösung im Sinne einer Ausbildung auf Sekundarstufe II oder einer Zwischenlösung. Darunter waren 207 Jugendliche, die noch auf Lehrstellensuche oder unentschlossen waren.

25 Jugendliche wollen nach Ende der Schulzeit ohne weitere Ausbildung eine Arbeitsstelle antreten oder in ihre Heimat zurückkehren.

Gleicher Trend bei Welschen

Auch im französischsprachigen Kantonsteil stieg der Anteil der Jugendlichen, die sich für den Direkteinstieg in eine berufliche Grundbildung entschieden, leicht an – von 50 auf 51,2 Prozent. Praktisch gleich viele Jugendliche entschieden sich für das Gymnasium – nämlich 19,9 Prozent. Wie im deutschsprachigen Kantonsteil sind nur noch sehr wenige Jugendliche auf Lehrstellensuche oder unentschlossen.

Weil am Stichtag im Kanton Bern noch 1421 Lehrstellen offen waren, kann davon ausgegangen werden, dass die grosse Mehrheit der Jugendlichen, die noch auf der Suche sind, innert nützlicher Frist ebenfalls eine Lösung finden werden. Besonders viele Lehrstellen sind gemäss dem kantonalen Lehrstellennachweis LENA in den Bereichen Gastgewerbe, Verkauf, Bau, Metall und Maschinen sowie Informatik offen.

Es gibt immer eine Alternative

Wer noch eine Lehrstelle sucht, tut gut daran, das Spektrum etwas auszuweiten. Trotz den Bemühungen von Lehrkräften und der Berufsberatung fassen viele Jugendliche zunächst nämlich nur wenige Berufe ins Auge. Wer für Alternativen offen ist, findet ein grosses Informationsangebot zu allen rund 230 Berufen, die es in der Schweiz gibt. Die BIZ Berufsberatungs- und Informationszent­ren helfen auch in letzter Minute mit einer Beratung weiter. 

Jugendlichen, die trotz allen Anstrengungen keine Lehrstelle finden, vermittelt – ebenfalls bei den BIZ – die kantonale Triagestelle einen Platz in einem geeigneten Brückenangebot.