31.10.2017

Digitalisierung erobert auch die Thuner Schulen

Digitale Hilfsmittel sind in den heutigen Klassenzimmern gang und gäbe.

Digitale Hilfsmittel sind in den heutigen Klassenzimmern gang und gäbe.

Thun • Der Gemeinderat will die Thuner Schulen und Kindergärten mit 5,6 Millionen Franken ins digitale Zeitalter befördern. Auslöser ist der Lehrplan 21, der die Digitalisierung flächendeckend in die Schulzimmer der Schweiz bringen wird.

pd

Medien sowie Informations- und Kommunikationstechnologien spielen eine immer wichtigere Rolle – auch in der Schule. Die OECD nennt Medienkompetenz gar eine der zentralen Kompetenzen des 21. Jahrhunderts. Und auch in der Schweiz werden die digitalen Fertigkeiten immer wichtiger. Der neue Lehrplan 21 trägt dieser Entwicklung Rechnung und legt einen Fokus auf die Vermittlung digitaler Kompetenz sowie den Umgang mit Medien, unter anderem mit dem neuen Fach «Medien und Informatik» im 5., 6., 7. und 9. Schuljahr. Zudem werden digitale Kompetenzen zukünftig vom Kindergarten bis zur 9. Klasse durch alle Fächer hindurch vermittelt. 

Aufgrund der steigenden Anforderungen an die Informations- und Kommunikationstechnologie stossen die Thuner Volksschulen mit der vorhandenen Ausrüstung an ihre Grenzen. Die Informatikinfrastruktur muss daher erneuert und den veränderten Erfordernissen angepasst werden.

Arbeitsgruppe an der Arbeit

Der Gemeinderat will dieser Herausforderung mit dem Konzept «Informatik an Thuner Volksschulen IVS3» (2019 bis 2021) begegnen. Erarbeitet wurde das Konzept durch die Arbeitsgruppe Informatik Volksschule, welche aus Vertretern des Amts für Bildung und Sport, der städtischen Informatikdienste, der Schulen sowie des Amts für Stadtliegenschaften besteht. Das Konzept beschreibt die Informatikausrüstung der Kindergärten bis zur 9. Klasse und entspricht den Empfehlungen der kantonalen Erziehungsdirektion. Letztere umfassen etwa ein leistungsfähiges Netz, WLAN, breitbandiges Internet, Arbeitsgeräte für Lehrpersonen und digitale Projektionsmöglichkeiten. 

Auch Kindergärten rüsten auf

Konkret sollen die einzelnen Thuner Schulen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie ins städtische Netz eingebunden werden. Die zunehmend digitalisierten und multi­medialen Lehrmittel erfordern eine Ausrüstung mit mindestens einem Computer pro zwei Lernende im 3. bis 6. Schuljahr. Auf der Oberstufe (7. bis 9. Klasse) ist aufgrund der angestrebten Kompetenzen in den Bereichen Selbständigkeit, Kooperation und Kommunikation sowie der Vorbereitung auf die Berufswelt ein Gerät pro Schülerin und Schüler vorgesehen. 

Ausgerüstet werden zudem die Kindergärten (vier Geräte pro Klasse), die 1. und 2. Klassen (ein Gerät pro drei Lernende), die Schulleitungen, Schulsekretariate, Lehrpersonen, Schulsozialarbeitenden und Tagesschulen. Je nach Anforderungen ist der Einsatz von Tab­lets und PCs geplant. In allen Unterrichtsräumen stehen künftig Multimediaanlagen (Beamer, Leinwand, Lautsprecher) für Präsentationen zur Verfügung. 

Die einzelnen Schulen sollen in Etappen in den Jahren 2019 bis 2021 ausgerüstet werden. Parallel dazu erfolgt die Weiterbildung der Lehrpersonen.

Der Ball liegt beim Stadtrat 

Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 5,6 Millionen Franken. Die Mittel zur Umsetzung sind im Investitionsplan bzw. Aufgaben- und Finanzplan ab 2018 bereits mit 5,71 Millionen Franken eingestellt. Die vorgeschlagene Lösung fällt in die Kompetenz des Stadtrates und unterliegt dem fakultativen Referendum. 

Der Gemeinderat hat in eigener Kompetenz einen Verpflichtungskredit von 2 Millionen Franken als gebundene Ausgabe beschlossen. Der Stadtrat wird im November über einen Verpflichtungskredit von 3,6 Millionen Franken als neue Ausgabe zu Lasten der Investitionsrechnung zur Umsetzung des Konzeptes entscheiden.