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28.11.2017

Hoher Zuckergehalt – geringe Traubenernte

Weniger, dafür süssere Trauben: 2017 mussten die Weinbaubetriebe am Thunersee Einbussen in Kauf nehmen.

Weniger, dafür süssere Trauben: 2017 mussten die Weinbaubetriebe am Thunersee Einbussen in Kauf nehmen.

Weinjahr • Die Rebbaugesellschaften am Thunersee haben dieses Jahr den Minimalertrag von 44 Tonnen Wein produziert. Grund für die schwächste Ernte seit Jahren sind die Frostnächte im Frühling sowie Hagel und Trockenheit im Sommer.

pd/dv

Die bernischen Winzerinnen und Winzer haben in diesem Jahr auf einer Rebfläche von 247 Hektaren rund 1425 Tonnen Trauben geerntet. Das sind laut der Bilanz der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern 28 Prozent weniger als die Vorjahresernte mit 1970 Tonnen. Dank idealen Erntebedingungen ist der Zuckergehalt des Berner Traubenguts des Jahrgangs 2017 jedoch überdurchschnittlich hoch. Wetterkapriolen stellten Winzerinnen und Winzer allerings vor grosse Herausforderungen: Der Frost im Frühling sowie Hagel und Trockenheit im Sommer sorgten für erhebliche Ernteeinbussen, so dass die Gesamtmenge im Kanton Bern 17 Prozent unter dem zehnjährigen Mittel liegt.

Das Weinjahr 2017 ist geprägt durch die Frostnächte Ende April. Stark davon betroffen war im Kanton Bern insbesondere die Region Thunersee. Leichte Frostschäden gab es auch in einigen oberen Lagen am Bielersee. Im Juli zog heftiger Hagel den Jolimont mit der Gemeinde Erlach in Mitleidenschaft.

Gesunde Reben

Positiv für das Traubengut war hingegen das trockene und warme Wetter im Sommer und Spätherbst: Es gab keine Schäden durch Krankheiten. Auch die Schäden durch die Kirschessigfliege blieben in diesem Jahr gering – dies dank Präventionsmassnahmen und einem ausgeklügelten Überwachungssystem.

Schöner Herbst ermöglicht frühe Ernte

Die Ernte war witterungsbedingt sehr früh: Die ersten Trauben wurden schon Ende August geerntet, die letzten Anfang Oktober. Die Trauben waren dank der guten Witterung von ausgezeichneter Qualität und wiesen überdurchschnittlich hohe Zuckergehalte aus. Bei der Weinlesekontrolle und Selbstkontrolle gab es keine nennenswerten Beanstandungen. Das Potenzial für einen weiteren sehr guten Weinjahrgang ist somit vorhanden.

Thunersee mit hohen Einbussen

Der grösste Teil der Trauben – 1366 Tonnen – wurde in der Region Bielersee geerntet. Am Thunersee waren es aufgrund der Frostschäden lediglich knapp 44 Tonnen. Das ist nur ein Drittel einer Normalernte und damit die schwächste Ernte seit Jahren, wie der Kanton mitteilt. In Jahren mit ausgeglichener Witterung werden am Thunersee rund 140 Tonnen geerntet.

Die Besten gedeihen am Bielersee

Die Auszeichnung «Berner Wein des Jahres 2017» ist seit September bekannt: Sämtliche fünf Gewinner kommen aus der Weinregion Bielersee. Beat Burkhardt aus Ligerz darf heuer den Titel «Berner Winzer des Jahres 2017» tragen. Mit dem Wettbewerb wollen die Volkswirtschaftsdirektion und die Rebgesellschaften des Kantons Bern die Produktion und den Absatz von Qualitätsweinen im Kanton Bern fördern. Zudem wird der «Berner Wein des Jahres» an offiziellen Anlässen des Regierungsrats ausgeschenkt. 

Die Hälfte der Fläche ohne Herbizide

Angesichts der Wetterkapriolen und des sinkenden Weinkonsums in der Schweiz sind Berner Winzerinnen und Winzer gefordert, erfolgreiche Strategien für die Bewirtschaftung ihrer Betriebe und die Vermarktung ihrer Weine zu finden. Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann begrüsst das Engagement der einheimischen Winzerinnen und Winzer, nachhaltigen und ökologischen Weinanbau zu betreiben – und zwar auch dann, wenn die äusseren Umstände schwierig sind. So wurde 2017 im Rahmen des Berner Pflanzenschutzprojekts auf über 50 Prozent der Berner Rebbaufläche auf den Einsatz von Herbiziden verzichtet.