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06.03.2018

Die Solidarität spielte vor allem unter den Agglomerationen

Ab 2027 soll das Tram von Bern über die Kornhausbrücke und weiter nach Ostermundigen rollen.

Ab 2027 soll das Tram von Bern über die Kornhausbrücke und weiter nach Ostermundigen rollen.

Abstimmungsergebnisse • Das Tram Bern–Ostermundingen spaltete die Bevölkerungsmeinung in der Region. Die Stadt und ein Teil der Agglomeration Thun sagten Ja, ebenfalls Münsingen, Rubigen und Worb sowie zwei Gemeinden im Gürbetal. Die Lehrplan-Initiative und No Billag blieben dagegen chancenlos.

Christof Ramser

Die Erleichterung war Barbara Egger am vergangenen Abstimmungssonntag anzuhören. Mit dem Ja zum Tram Bern–Ostermundigen stemmte die Verkehrsdirektorin ihr letztes grosses Projekt als Regierungsrätin. Der Appell an die Solidarität habe viele überzeugt, bilanzierte Egger auf Radio SRF. Gemeint sind kantonale Strassenprojekte in ländlichen Gebieten, wie etwa die letztes Jahr von der Stimmbevölkerung genehmigte Umfahrung von Aarwangen oder Strassenprojekte in Emdthal, Saanen, Eggiwil, Zweisimmen, Brügg, Innertkirchen und Wilderswil sowie die Autobahn Transjurane, die in den letzten Jahren umgesetzt wurden.


Mit 51,6 Prozent und einem Überschuss von 12?000 Stimmen fiel der Entscheid am Sonntag aber knapp aus. Ein Blick auf die Abstimmungsresultate in den Gemeinden im Verbreitungsgebiet des «Berner Landboten» bestätigt das Bild aus dem Kanton Bern, wonach urbane Gebiete und regionale Zentren dem Tramprojekt zum Durchbruch verhalfen. Am deutlichsten war der Zuspruch in Münsingen und Hilterfingen, wo jeweils 55,6 Prozent Ja sagten. Ebenfalls Zustimmung erhielt das Tram aus Kaufdorf, Mühlethurnen, Rubigen, Worb, Thun, Oberhofen und Spiez. In Konolfingen gab es mit 50 Prozent ein Patt, wobei die Befürworter mit einer Stimme vorne lagen. Knapp fiel das Resultat in Belp mit 50,7 Prozent und Steffisburg mit 50,8 Prozent Nein-Stimmen aus. Am deutlichsten war die Ablehnung in Horrenbach-Buchen, wo sich nur ein Fünftel aller Stimmenden für das städtische Verkehrsprojekt erwärmen konnte. Das ist der kantonale Tiefstwert. Mit über 70 Prozent Nein-Stimmen wuchtig war die Ablehnung auch in Eriz, Oberlangenegg und Pohlern. Von den bernischen Verwaltungskreisen sagten der Berner Jura, Biel, der Oberaargau und Bern-Mittelland Ja zum Tram. Damit zahlt der Kanton Bern 102 Mio. an das 264-Mio.-Projekt. 2022 sollen die Bauarbeiten beginnen, damit ab 2027 das erste Tram zwischen Bern und Ostermundigen fahren kann.

Fünf Gemeinden gegen Lehrplan 21

Nichts zu lachen hatten die Befürworter der Initiative «Für demokratische Mitsprache – Lehrpläne vors Volk». Im Verwaltungskreis Bern-Mittelland gab es dafür lediglich 19,1 Prozent Ja-Stimmen. Keine einzige Gemeinde schlug sich auf die Seite der Gegner des Lehrplans 21. Immerhin über 30 Prozent Befürworter fand die Vorlage in Freimettigen, Häutligen, Kiesen, Kirchenthurnen, Landiswil, Linden, Oberhünigen und Rüeggisberg. Sehr deutlich war die Ablehnung auf der Gegenseite in Rubigen mit 81,1 Prozent.

Etwas mehr Land sahen die Lehrplan-Gegner im Verwaltungskreis Thun, wobei die Initiative auch dort mit 71,7 Prozent Nein-Stimmen bachab geschickt wurde. Allerdings gab es aus fünf Gemeinden Zustimmung, nämlich aus Buchholterberg, Eriz, Homberg und Horrenbach-Buchen. Deutlich war das Ja in Teuffenthal mit 70,3 Prozent. In Oberlangenegg lagen Befürworter und Gegner gleichauf.

No Billag durchweg abgelehnt

Eine Abfuhr erteilte die Stimmbevölkerung in der Region auch der No-Billag-Initiative. Keine einzige Gemeinde will der SRG die Gebührengelder streichen. Selbst in SVP-Hochburgen fand das Anliegen keine Mehrheit. Im Verwaltungskreis Bern-Mittelland kam No Billag auf nur 21 Prozent Zustimmung, im Verwaltungskreis Thun waren es 29 Prozent. Wuchtig abgelehnt wurde die Initiative in Freimettigen und Oberhünigen mit über 80 Prozent. Über 40 Prozent Zustimmung gab es in Eriz, Oberlangenegg, Teuffenthal, Uebeschi und Wachseldorn.