06.03.2018

Der Weg ist frei für neues Altersheim

Den markanten Neubau will Senevita als Alters- und Pflegeheim nutzen. Hierfür müssen bestehende Bauten weichen.

Den markanten Neubau will Senevita als Alters- und Pflegeheim nutzen. Hierfür müssen bestehende Bauten weichen.

Münsingen • 55,9 Prozent der Stimmenden haben die Überbauungsordnung Senevita gutgeheissen. Damit erhält Münsingen einen neuen Bahnhofplatz und ein neues Altersheim.

dv

Der Gemeinderat reagierte erfreut über die hohe Stimmbeteiligung und das positive Resultat. 3019 Bürgerinnen und Bürger stimmten für die Überbauungsordnung Senevita, 2377 dagegen. Dies ergibt eine Zustimmung von 55,9 Prozent. Die Stimmbeteiligung war mit 62,6 Prozent überdurchschnittlich hoch, was an den wichtigen eidgenössischen und kantonalen Vorlagen gelegen haben mag. Die Planung westseitig des Bahnhofs entstand in den letzten vier Jahren und war begleitet von einem öffentlichen Mitwirkungsverfahren und Informationsveranstaltungen. Das Parlament hatte sie einstimmig gutgeheissen. Doch ein Komitee um den ehemaligen Gemeinderat der Grünen, Christoph Maurer, lancierte das Referendum dagegen.

Internationaler Konzern kann bauen

Damit kann die Gemeinde auf der Westseite einen neuen Bahnhofzugang mit unterirdischer Veloabstellanlage für 650 Fahrräder bauen. Die Überbauungsordnung ermöglicht zudem den Bau eines Alterszentrums mit 50 Pflegebetten und 80 Seniorenwohnungen an zentraler Lage, ohne zusätzliche Einzonungen und ohne Kulturlandverlust; bestehende Gebäude werden abgebrochen. Investorin ist die Senevita AG, Tochter der international tätigen Orpea-Gruppe. Für den Neubau gelten die Energierichtlinien der 2000-Watt-Gesellschaft.

Wichtiges Element der westlichen Bahnhofneugestaltung ist die neue Stras­senverbindung als Anschluss zur künftigen Entlastungsstrasse Nord. Hierfür wird die heutige Industriestras­se geöffnet und direkt über den Bahnhofplatz geführt. Die Gegner hatten bemängelt, dieses Nebeneinander von Autos und Pendlern werde nicht funktionieren. Die Zugänge zum Bahnhof sollen hindernisfrei werden. Die Überbauungsordnung ist der erste Mosaikstein für das Entwicklungsgebiet und ebnet den Weg zur Einführung des Viertelstundentakts.

Der Gemeinderat geht davon aus, dass noch im laufenden Jahr das Baubewilligungsverfahren für das Alters- und Pflegezentrum eingeleitet werden kann, «so dass sowohl Gebäude als auch der Bahnhofvorplatz im Verlauf des Jahrs 2021 fertig erstellt sind», schreibt die Gemeinde in ihrer Mitteilung.

Das Ergebnis provozierte auf dem Internetportal «Bern Ost» kontroverse Kommentare: «Die Alterswohnungen sind eine Investition in die Zukunft», freute sich ein Befürworter. Ein Gegner schrieb ernüchtert: «Schade! Immerhin haben 44 Prozent des Stimmvolks gemerkt, dass unser Dorf nach und nach an auswärtige Investoren verkauft wird. Ungeachtet der negativen Betroffenheit von Nachbarn durch Hochbauten.»