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15.05.2018

Theatererlebnis unter freiem Himmel

Ob gross oder klein: Über 70 Leute machen bei «Wie im Himmel» auf der Freilichtbühne mit.

Ob gross oder klein: Über 70 Leute machen bei «Wie im Himmel» auf der Freilichtbühne mit.

Heimenschwand • Die Kulturlandbühne rechtes Zulgtal bringt «Wie im Himmel» nach dem gleichnamigen, erfolgreichen Kinofilm auf die Freilichtbühne. Die Proben mit über 70 Mitwirkenden laufen auf Hochtouren. Am 13. Juni ist Premiere.

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«Trommelt auf euren Bauch.» «Das tönt schon ziemlich gut.» «Was meint er damit?» Dies sind nur drei kurze Sätze aus den Proben für das Freilichttheater «Wie im Himmel». Am 13. Juni hat es Premiere. Dann wird das Zulgtal oberhalb von Thun zur Freilichttheater-Hochburg. In 21 Vorstellungen wird bis am 20. Juli, beim ehemaligen Schulhaus Bruchebüel in Heimenschwand, die Geschichte des gleichnamigen und erfolgreichen Kinofilms von Kay Pollak erstmals überhaupt in der Schweiz auf einer Freilichtbühne aufgeführt. «Wie im Himmel» kommt in einer eigens für die Kulturlandbühne vom Thuner Autor Ueli Bichsel kreierten, berndeutschen Fassung und unter der Regie von Mitja Staub aus Heimenschwand auf die Freilichtbühne.


Zum Inhalt


Die Geschichte dreht sich rund um den weltberühmten Dirigenten Daniel Dareus, der während eines Konzerts zusammenbricht, Herzinfarkt. Wie im Zeitraffer zieht die Vergangenheit an ihm vorbei, die Erinnerung an die Bosheiten, die er als vaterloser, sensibler und musikalischer Junge von der Landjugend ertragen musste, der frühe Unfalltod der geliebten Mutter, seine zunehmende Vereinsamung auf dem Weg zur grossen Karriere. Er aber kehrt trotz allem in sein Heimatdorf zurück. Eigentlich wollte er sich von der Welt zurückziehen, um sich zu erholen. Im Dorf jedoch ist die Aufregung gross, als man von dem berühmten Neuankömmling erfährt. Mutige fragen ihn, ob er mit dem lokalen Kirchenchor arbeiten würde. Zur Überraschung aller sagt er zu. So findet er über seine Leidenschaft für die Musik auch zu den Menschen zurück. Bei seiner Arbeit mit dem bunt zusammengesetzten Chor der kleinen Gemeinde entfaltet sich vor ihm allmählich ein ganzer Mikrokosmos menschlicher Sorgen und Nöte, Konflikte eskalieren, Tragisches und Komisches geschieht, und er ist überglücklich, als er erkennt, dass er mit Hilfe der Musik einen Weg in die Herzen der anderen findet. Das ist die Erfüllung seines Traums, mit dem er vor Jahrzehnten aus dieser Gegend aufgebrochen war.


Eine Region macht mit


Über 70 Laiendarstellerinnen und Laiendarsteller aus der Region sind derzeit intensiv am Proben. «Wir sind auf Kurs, es läuft gut, aber es gibt noch einiges zu tun», sagt Regisseur Mitja Staub. Mit der erstmaligen Aufführung des schwedisch-dänischen Musikfilms als Freilichttheater wagt sich die Kulturlandbühne bereits an ihr viertes Grossprojekt seit 2001. Damals mit der Aufführung des Musicals «Das Gauklermärchen» und im 2007 mit dem Kriminalstück «Die Glätterin» als erste Freilichtinszenierung. Im Jahr 2012 folgte auf der Schwarzenegg mit dem Freilichttheater «Altweiberfrühling» nach dem Drehbuch des Films «Die Herbstzeitlosen» der bisher grösste Erfolg.