31.10.2017

«Wir werden weiterhin fliegen»

Die Flugzeuge von SkyWork Airlines blieben seit letzten Sonntag am Boden. Am Horizont zeichnet sich ein Hoffnungsschimmer ab.

Die Flugzeuge von SkyWork Airlines blieben seit letzten Sonntag am Boden. Am Horizont zeichnet sich ein Hoffnungsschimmer ab.

Luftfahrt • Gestern Dienstag standen die Flugzeuge der SkyWork Airlines noch am Boden. Die Verantwortlichen der Berner Fluggesellschaft sind jedoch zuversichtlich, dass die Maschinen bald wieder in die Lüfte abheben.

Jürg Amsler/pd

«SkyWork Airlines wird weiterhin fliegen. Zurzeit werden die Vorbereitungen getroffen, um dem Bundesamt für Zivilluftfahrt in Kürze die nötigen Dokumente vorzulegen und die Finanzierung nachzuweisen. Heute können wir keine Anfrage mehr beantworten.» Knapper hätte die Mitteilung nicht ausfallen können, die von der Berner Fluggesellschaft am Montagabend um 19.49 Uhr an die Medien verschickt worden ist. Dass es weitergeht, ist also gemäss eigenen Angaben für SkyWork Airlines so gut wie sicher. Wer jedoch als Investor – oder sind es gar mehrere? – die Berner Fluggesellschaft vor der Pleite retten und am Leben erhalten will, darüber herrscht Stillschweigen. Publizierte Vermutungen wurden von den Verantwortlichen der SkyWork AG als reine Spekulationen kommentiert. Die jüngsten Vorkommnisse haben für einige Turbulenzen gesorgt und hinter den Kulissen wurde eifrig nach einer Lösung zur Rettung des Luftfahrtunternehmens gesucht. 

Flugbetrieb wurde eingestellt

Am letzten Samstag hat das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) der SkyWork AG die Betriebsbewilligung aus wirtschaftlichen Gründen entzogen. Bereits Mitte Oktober wurde die Berner Fluggesellschaft vom Bazl aufgefordert, einen Finanzierungsnachweis zu erbringen, der den Flugbetrieb mit Aufnahme des Winterflugplanes sicherstellen soll. Dies ist den Verantwortlichen der SkyWork vorerst nicht gelungen und soll nun nachgeholt werden. 

Flugbetriebe müssen gegenüber dem Bazl belegen können, dass das Unternehmen genügend finanziert ist, um die sichere Abwicklung des Flugbetriebs gewährleisten zu können. Das Bundesamt überprüft daher periodisch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit aller Luftfahrtunternehmen. Ist diese nicht mehr sichergestellt, muss das Bazl die Betriebsbewilligung entziehen.

«Absicherungen in Millionenhöhe»

«Die SkyWork hat keinerlei Bankkredite offen und verfügt über Bardeposits für Absicherungen, zum Beispiel bei Kreditkartenfirmen, in Millionenhöhe», teilte Martin Inäbnit, CEO von SkyWork Airlines und Verwaltungsratspräsident der SkyWork AG, nach dem Entscheid des Bazl mit. Die mehrjährige Strategie inklusive Businessplan würden von Fachleuten aus der Aviatik und dem Bankensektor als «klar plausibel» deklariert. «Wir haben ein geniales und kreatives Team, Kampfgeist und Spirit. Aber wir haben zu wenig Sicherheiten und sind deshalb kaum kreditwürdig.» Er habe schon mehrmals kommuniziert, dass die Homebase Bern für SkyWork zu klein sei, um einen Ganzjahresbetrieb kostendeckend zu betreiben. «Es ist unabdingbar, dass wir ausserhalb von Bern zusätzlich Passagiere und Umsatz generieren», so Inäbnit weiter. So hat SkyWork Destinationen nicht nur vom Heimatflughafen Bern, sondern auch von Basel angeflogen. Um mit der Konkurrenz mithalten zu können, ist der Kauf von grösseren Flugzeugen geplant.