28.11.2017

Aus Sägereirestholz Wärme erzeugen

Die neue Heizzentrale soll auf dem Betriebsareal der OLWO in Worb zu stehen kommen.

Die neue Heizzentrale soll auf dem Betriebsareal der OLWO in Worb zu stehen kommen.

Worb • Die AEK Energie AG, die Firma OLWO und die Gemeinde planen ein Fernwärmeprojekt. Ziel ist, ab Heizsaison 2019/2020 die ersten Liegenschaften im Worbboden versorgen zu können.

sl/pd

Verschiedene Gebäude und Wohnüberbauungen im Worbboden verfügten über ein sanierungsbedürftiges Heizsystem, betrieben mit fossiler Energie. Für viele Liegenschaftsbesitzer komme das Angebot eines Wärmeverbunds gerade rechtzeitig, heisst es in einer Mitteilung der AEK Energie AG mit Sitz in Solothurn. Aus örtlichen, technischen oder finanziellen Gründen biete ein solcher die optimale Alternative zu fossilen Brennstoffen. Einige KMU-Betriebe sowie Besitzer von Wohnüberbauungen hätten bereits mündliche Zusagen erteilt, schreibt das Energieunternehmen weiter.

Die Gemeinde Worb – seit 2005 Energiestadt – wolle mithelfen, den Energieverbrauch zu senken und vermehrt erneuerbare Energieträger bei gemeindeeigenen Gebäuden nutzen. Im Einzugsgebiet des geplanten Wärmeverbundes sollen das Schulhaus Sonnhalde und das Oberstufenzentrum Worbboden angeschlossen werden.

Lokale Wertschöpfung

Die neue Heizzentrale werde im Baurecht erstellt und auf dem Betriebsareal der OLWO an der Bollstrasse in Worb zu stehen kommen. «Das Unternehmen

wird den regionalen, CO2-neutralen Brennstoff liefern und in der ersten Phase rund 60 Prozent der produzierten Menge Wärme selber beziehen. Dadurch sorgt der Wärmeverbund für lokale Wertschöpfung: Abklärungen der Firma OLWO haben ergeben, dass in der Region genügend Rohstoff vorhanden ist», ist weiter zu lesen.

In einem weiteren Schritt würden alle potenziellen Liegenschaftsbesitzer im Versorgungsperimeter Worbboden vor Ort beraten und erhielten ein verbindliches Anschlussangebot. Im Frühjahr 2018 soll das Baugesuch eingereicht und Anfang 2019 mit dem Bau gestartet werden. Verlaufen die Arbeiten nach Plan, sollen die ersten Liegenschaften auf die Heizsaison 2019/20 mit Wärme versorgt werden. Die Planung, der Bau, die Finanzierung und der Betrieb der Anlage erfolge durch die AEK Energie AG. Doch auch das lokale Gewerbe könne bei einer Realisierung profitieren: «Wenn immer möglich, werden die Aufträge lokal vergeben.» Der Kanton Bern unterstütze den Bau des Wärmeverbunds. Die Fördergelder würden vollumfänglich zur Senkung der Wärmekosten verwendet, verspricht die AEK Energie AG.

In Münsingen ist ein weiterer Wärmeverbund in Betrieb genommen worden

Gerade rechtzeitig auf die diesjährige Heizsaison konnten insgesamt 13 Gebäude der Bio Schwand AG, der Stiftung Therapiehof Schwand und Sigis’s Biohof an ein Nahwärmenetz angeschlossen und bereits mit Wärme versorgt werden. Die drei Kunden haben sich eine langfristig sichere, nachhaltige und preisstabile Wärmeversorgung auf Basis von Holzbrennstoff aus der Region zum Ziel gesetzt. Verschiedene Gebäude im Gebiet Schwand verfügten über ein sanierungsbedürftiges Heizsystem, betrieben mit fossiler Energie. Der neue Nahwärmeverbund erzeugt ganzjährig die nötige CO?-neutrale Energie für Warmwasser und Wärme. Die Wärme wird von der Energiezentrale im Keller eines bestehenden Gebäudes durch Hauptrohre in die Liegenschaften geführt. Ab der Hauptleitung erfolgt die Feinverteilung bis in die Radiatoren und Wasserleitungen der einzelnen Liegenschaften. Eine eigene Heizung wird damit für die Kunden des lokalen Wärmeverbunds überflüssig.

Der Grossteil der Wärme – über 85 Prozent – wird mit einer Holzfeuerung erzeugt. Dadurch sorgt der Wärmeverbund für lokale Wertschöpfung und sichert eine stabile und günstige Energieversorgung. Brennstofflieferantin ist die Forstunternehmung Bendicht Küpfer aus Obergoldbach. Sie bezieht das Holz aus lokalen Wäldern. Zur Spitzenlastabdeckung und Redundanz (Ausfall der Holzkessel) wurde ein Ölkessel installiert.

Der Wärmeverbund substituiert jährlich rund 130?000 Liter Heizöl mit nachwachsendem Rohstoff und reduziert den CO?-Ausstoss um 345 Tonnen pro Jahr. Die Planung, der Bau, die Finanzierung und der Betrieb der Anlagen erfolgte durch das BKW AEK Contracting der solothurnischen Energieversorgerin AEK Energie AG.