15.05.2018

Für den Fortbestand ist «frisches Blut» dringend nötig

Blut spenden statt dem Ball nachjagen: Eine sympathische Aktion des Teams Gürbetal in eigener Sache.

Blut spenden statt dem Ball nachjagen: Eine sympathische Aktion des Teams Gürbetal in eigener Sache.

Belp • Wenn die Fussballerinnen vom Team Gürbetal Blut spenden, machen sie das nicht nur uneigennützig. Für sie ist es eine gute Gelegenheit, um auf sich und ihre Probleme aufmerksam zu machen.

sl/pd

Dienstagabend, 19 Uhr: Frauen in roten Shirts und Trainingsanzügen stehen zusammen, lachen und unterhalten sich. Normalerweise beginnt jetzt für die Spielerinnen vom Team Gürbetal das Fussballtraining. Doch die Fussballerinnen treffen sich ausnahmsweise nicht zum Training, sondern zu einer für sie ungewohnten Aktion: Zum Blut spenden des Roten Kreuzes im Neumattschulhaus.
Die Fussballerinnen vom Team Gürbetal haben sich aus zwei Gründen zur Blutspende entschieden. Einerseits tun sie dies für einen guten Zweck. Sie wissen, dass jede Blutspende Leben retten kann. Die meisten Personen sind irgendwann in ihrem Leben einmal auf eine Blutspende angewiesen. Trotzdem spendet nur ein kleiner Teil der Bevölkerung Blut. Nicht so die Gürbetalerinnen, sie wollen ihren Beitrag leisten.


Andererseits möchten die Fussballerinnen auf sich aufmerksam machen. Denn aktuell ist die Lage im Team Gürbetal ernst. Nicht was die Leistung der Spielerinnen auf dem Fussballplatz anbelangt. Da reicht es für einen soliden Platz im Mittelfeld der 4. Liga. Der Schuh drückt anderswo: akuter Spielerinnenmangel. Seit einigen Monaten schrumpft die Anzahl Spielerinnen aufgrund von Verletzungen oder anderen Prioritäten zunehmend. Bei fehlendem Zuwachs an Spielerinnen bis Ende der laufenden Saison im Juni droht dem Team Gürbetal sogar die Auflösung. Dem können die Fussballerinnen nicht tatenlos zusehen. Gemeinsam machen sie deshalb zu verschiedenen Anlässen auf sich aufmerksam und suchen Spielerinnen.

Ein Team aus zwei Vereinen


Das Team Gürbetal ist eine Frauengruppierung der beiden Vereine FC Belp und SV Kaufdorf. Das motivierte Team setzt sich aus Spielerinnen zwischen 16 und 33 Jahren zusammen, die aus der ganzen Region kommen, von Belp über Riggisberg bis nach Bern. Am Dienstag- und Donnerstagabend trainieren die Fussballerinnen in Belp Giessenbad, am Wochenende bestreiten sie Spiele in der Region. Ein Junio­rinnenteam Gürbetal trainiert und spielt zudem in Kaufdorf.


Mit ihrer Blutspende am Dienstag gelingt es den Spielerinnen, Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Ihr Engagement findet grossen Anklang im Blutspendezentrum Belp. Selten hat das Rote Kreuz einen derartigen Ansturm an BlutspenderInnen in Belp erlebt. Für einen Grossteil der Frauen des Team Gürbetals ist es die erste Blutspende. Unterstützung erhalten die Fussballerinnen von ihren Angehörigen, von denen einige ebenfalls Blut spenden. Somit kommen dank dem beherzten Einsatz der Fussballerinnen des Teams Gürbetal rund 15 Blutspenden zusammen.