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Verantwortungsvolles Mitbestimmen beim Verteilen der Ressourcen

Verd • Die Gemeinden in der Region Gantrisch/Gürbetal/Aaretal verfolgen eine gemeinsame Idee: «Verd» heisst sie, begann in Riggisberg und ist eine gesellschaftliche Innovation. 
| Sonja Laurèle Bauer | Wirtschaft
Simon Zahnd (Präsident), Katja Wohlwend (Aktuarin) und Lars Peyer (Kassier), Verein Riggisberg. (Bild: zvg)

«Wir haben im Gemeinderat Riggisberg einen interessierten Gesprächspartner gefunden. Und auch der Gewerbeverein Riggisberg und Umgebung und das Gewerbe unterstützten Verd vom Start weg», sagt Christian Wohlwend, Initiant von Verd. Also ideale Voraussetzungen für den Start, der übrigens mit wissenschaftlicher Begleitung durch die Fachhochschule Nordwestschweiz erfolgte. Michael Bürki, Gemeindepräsident von Riggisberg: «Das Vorhaben ist bestechend. Nach erster Analyse und Diskussion im Gemeinderat beschlossen wir einstimmig, den Start zu unterstützen.» 

Worum geht es? Was ist Verd?

Verd gibt jeder Person die Möglichkeit, die Verteilung der Ressourcen mitzubestimmen. Also selbst zu entscheiden, ob «Reiche reicher gemacht werden» oder Geld zurück in die Bevölkerung fliesst. Dazu bietet Verd Alternativen zu bestehenden Produkten an. Wird das Verd-Produkt genutzt, fliessen die Erträge zurück in die Bevölkerung. 

Verständlich wird dies anhand des ersten Produkts von Verd, der fairen Bezahllösung Verd.cash. Verd.cash funktioniert wie jede andere Bezahllösung, in der ersten Phase gibt es Verd.cash als Prepaid-Karte. Bezahlt eine Person mit Verd.cash, so fliessen die beim Geschäft anfallenden Gebühren zurück an die Bevölkerung. 50 Prozent der Nettoerträge gehen dabei an den Wohnort der Verd.cash nutzenden Person. Und diese Gelder gehören der Bevölkerung. Was damit gemacht wird, entscheiden die in der entsprechenden Gemeinde wohnhaften Verd-Genossenschafterinnen und Genossenschafter. 

In Riggisberg wurde zum Beispiel die 30-Jahr-Jubiläumsfeier der Ludothek mit 6000 Franken unterstützt und 5700 Franken für die Sanierung des Waldschulplatzes Eywald gesprochen. Die anderen 50 Prozent fliessen in einen Landestopf. Diese Gelder stehen für die Betriebskosten und für nationale Projekte zur Verfügung. 

Gut zu wissen: Der Verein Verd Riggisberg ist für die Mittelverteilung des Gemeindetopfs Riggisberg verantwortlich. Und: Die zweite Verteilrunde ist bereits in Planung.

Vielfältiges Gewerbe, aktive Vereine

Dass die Gelder am richtigen Ort ankommen, dafür sorgt die Verd Purpose Genossenschaft. Sie gehört der ganzen Schweiz. Mit dem Kauf eines Anteilscheins von fünf Franken wird jemand Mitbesitzerin respektive Mitbesitzer. Das in den Statuten verankerte Kopfstimmrecht stellt sicher, dass jede Person die gleichen Rechte hat. Das Ziel von Verd sind lebendige Dörfer mit einem vielfältigen Gewerbe und aktiven Vereinen. Die gesellschaftliche Innovation ist, dass jede Person selbstbestimmt Geld für ihr Dorf erwirtschaften kann, die Bevölkerung über die Verwendung des Geldes demokratisch entscheidet und die ausgewählten Aktivitäten und Projekte eigenverantwortlich umsetzt. Nach Ablauf der sechsmonatigen Startphase stand fest: Es funktioniert. Personen aus 133 Gemeinden nutzen  Verd.cash. Bei 148 Geschäften kann an über 200 Verkaufsstellen mit Verd.cash bezahlt werden und in Riggisberg nutzen 126 Personen die Möglichkeit, Geld nach Riggisberg zu lenken. Die Anzahl der Gemeindebehörden in der Region Gantrisch/Gürbetal/Aaretal, die dem Beispiel von Riggisberg folgen, wächst und untermauert die Offenheit und guten Bedingungen der Region. 

www.verd.cash

 


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