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Nützlich?

Ein Journalist stellte einem Forscherpaar, das sich für die Wiederansiedlung des Bart-geiers in den Alpen engagiert, die Frage: «Sind die Bartgeier überhaupt nützlich?» Jetzt mal ehrlich, gibt es Tiere oder Pflanzen, die in der Natur eine überflüssige Rolle einnehmen?  Der in alter Zeit als Lämmergeier verschriene Vogel wurde durch bildungsferne Alpenvölker ausgerottet, da dieser nebst jungen Schafen auch Kinder verschleppt haben soll. Heute wurde er nicht nur erfolgreich wieder angesiedelt, sondern man weiss auch mehr über ihn. Wie alle Geier hat auch er es ausschliesslich auf Aas...

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Der Liebe Konsequenz ist erhebend

Kann es sein, dass die Grösste aller Lieben (gibt es bei der Liebe den Plural?), nämlich jene der Eltern zum Kind, nur deshalb existiert, weil sie – eben – Kinder haben? Ist die Liebe also bloss ein chemischer Prozess, der ihr Über-leben sichert? Im Gegensatz zu dem der Löwinnen-Jungen, die vom neuen Begatter der Mutter getötet werden? Oder ist es möglich, auch jene Kinder zu lieben, die man nicht kennt? Gar jene, die man nie geboren hat, die man aber ersehnt? Können wir nur lieben, was lebt? Trotz des Wissens, nicht zu wissen, was aus-serhalb unseres Bewusstseins noch alles existiert? Und...

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Liebe

Passend zur Vorweihnachtszeit wird verschiedentlich der Begriff der Liebe thematisiert. Doch was genau ist Liebe? Was wird darunter verstanden? Ich denke, es ist ein Wort – so positiv es auch sein mag –, das auch enttabuisiert werden muss. Oft wird Liebe in einem romantischen possessiven Sinn verstanden. Doch Liebe ist mehr als das und hat verschiedene Facetten. Bereits im Altgriechischen gibt es verschiedene Begriffe für Liebe: «Eros» bezeichnet die sinnliche Liebe, «Philia» steht für Freundesliebe oder Bruderliebe, «Agape» für die selbstlose, fördernde Liebe, aber auch für...

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Greifbare Liebe

Die Advents- und Weihnachtszeit ist die Zeit des Schenkens. Die schönsten Geschenke sind klein. Ein Lächeln kann unerwartetes Glück bedeuten. Sich einem einsamen oder traurigen Menschen zuwenden kann Grosses bewirken, wie eine kurze Geschichte von Charles Dickens zeigt. Sie heisst «Die Apfelsine des Waisenknaben» und beginnt so: Schon als kleiner Junge hatte ich meine Eltern verloren und kam in ein Waisenhaus. Es war wie ein Gefängnis. Wir mussten 14 Stunden am Tag arbeiten. Kein Tag brachte Abwechslung, und im ganzen Jahr gab es für uns nur einen einzigen Ruhetag: den Weihnachtstag. Dann...

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«Freund» oder Nutztier

Wo liegt der Unterschied zwischen einem Hund und einem Rind, zwischen einer Katze und einem Schwein? Der Unterschied ist allein kulturell – wir haben entschieden, dass das eine Tier «Freund» ist und das andere Nutztier. Und mit den Nutztieren gehen wir grösstenteils – nicht überall und nicht alle – sehr unschön um. Es ist für uns kein Tier mehr, sondern ein Produkt. Tiere werden für Unterhaltung in Zoos, Zirkussen oder Stierkämpfen ausgenutzt, für Mode in Pelzfarmen oder für Tierversuche – obwohl es längst Alternativen gäbe. Und nicht zuletzt leiden enorm viele Tiere für unseren hohen...

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Jahreswechsel

Der Spruch ist alt. Und trotzdem immer wieder wahr: Wie schnell vergeht doch die Zeit. Oder wie Polo Hofer tiefsinnig gesungen hat: «… u grad so wie Sand, rünnt d’Zyt eim dür d’Hand …»  Schon bald geht ein weiteres Jahr zu Ende. 365 Tage werden Geschichte sein. 8760 Stunden haben von der Gegenwart in die Vergangenheit gewechselt. Über 31 Millionen Sekunden Lebenszeit sind vorbei. Bis Ende dieses Jahres hat Ihr Herz ungefähr 31 Millionen Mal geschlagen; dies ohne je eine Pause einzulegen. Was für eine Meisterleistung des Lebens! Jeder Jahreswechsel bietet die Chance für einen...

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Wunder

Kürzlich geschah ein Wunder. Ich wurde auf der Strasse von einem Menschen angesprochen und – man höre und staune – nach der Uhrzeit gefragt.  Eigentlich impliziert diese Frage genau drei Wunder. Erstens: Ein fremder Mensch spricht einen an. Zweitens: Dieser Mensch fragt nach der Uhrzeit. Drittens: Es fühlt sich für den Fragesteller wie auch für die Gefragte völlig normal an – wir sind etwa im gleichen Alter.  Dass ein fremder Mensch einen anderen fremden Menschen anspricht, ist für manche Menschen, oft sind es Jugendliche, undenkbar geworden. Wobei sie es, sollte es doch...

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Die Kunst des (digitalen) Grüssens

Grüezi, Grüss Gott, Hallo oder Hallöchen. Die Begegnung auf der Strasse oder die Begrüssung zu Beginn einer E-Mail ist das eine. Aber wie verabschiedet man sich am besten am Schluss einer E-Mail? Hier herrschen ganz eigene Gesetze. Nirgends sonst in der Kommunikation wirddergestalt mit der Grussformel gespielt und variiert wie im E-Mail-Verkehr. Wenn die Presseabteilung eines Verlags mich als Kulturjournalisten anfragt, ob ich ein Buch besprechen möchte, wird immer «herzlich» gegrüsst. Die ungeschriebenen Grussgesetze zeigen den Aggregatszustand der Beziehungen an. Da war zum Beispiel die...

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Giovanni

Er lacht nicht. Er schmunzelt nicht. Er ist freundlich und abwesend zugleich. Und er spricht alle an, die am Strand über den schmalen Holzsteg und am Restaurant, für das er arbeitet, vorübergehen. Er fragt auf englisch, woher man komme und wechselt sofort in die Landessprache der Gefragten. Er erzählt, dass er Giovanni heisse, weil seine Eltern Italiener seien, dass er zwei Kinder habe, die er während der Saison nicht gesehen habe und es tue ihm leid, dass auf der Insel, auf der wir einander begegnen, so viel Müll liege, wo doch das ägäische Meer so klar und hellblau sei. Wie viel Müll die...

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Raumschiff

Nach einem 178-tägigen Aufenthalt an Bord der ISS kehrte Astronaut Ronald John Garan mit einer tiefgreifenden Erkenntnis zurück: Aus dem Orbit erscheint die Erde als eine Einheit – eine leuchtend blaue Sphäre ohne Grenzen oder Teilungen, ein zerbrechliches Schiff im Dunkel. Von dort oben wird deutlich: Wir alle teilen uns dasselbe Zuhause. Zurück auf der Erde ist von dieser Perspektive nicht viel zu spüren; wir verstricken uns in politische Debatten, teilen in Nationen ein, ziehen Grenzen und begeben uns in den täglichen Wettstreit um Macht, Geld und Status. Doch das, was uns auf der...

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Fragen?

Wie haben Sie es mit dem Fragen? Der Dichter Henrik Ibsen (1828–1906) meinte: «Zu fragen bin ich da, nicht zu antworten.» Als Journalist frage ich viel, fast zu viel, meint meine Frau, denn dann käme ich nie zum Zug, über mich nachzudenken. Aber von uns Kolumnisten wird verlangt, dass wir kommentieren. Gerät die Kultur des Fragens nicht immer mehr unter die Räder der ungewollten Meinungen, der Besserwisserei von Nichtwissenden? Wie schrieb schon Bertold Brecht: «Der Vorhang fällt, und alle Fragen sind offen.» Vielleicht hat meine Frau recht. Ich lenke durch meine Fragerei einfach von mir...

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Status: «kompliziert»

Am 28. September stimmen wir über den Eigenmietwert und die E-ID ab. Doch die Abstimmungsunterlagen sorgten bereits im Vorfeld der Abstimmung für Verwirrung. Auf dem Stimmzettel sucht man nämlich vergebens nach dem Wort «Eigenmietwert». Stattdessen steht da eine ziemlich kryptische Frage: «Wollen Sie den Bundesbeschluss vom 20. Dezember 2024 über die kantonalen Liegenschaftssteuern auf Zweit­liegenschaften annehmen?» Natürlich erinnern wir uns noch ganz genau, was der Bund am 20. Dezember beschlossen hat. Oder etwa nicht? Dann bringen wir nun Licht ins Dunkle: Wer den...

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«Sei wachsam»

Demokratie heisst, miteinander zu sprechen, Gespräche zu führen. Aber auch, andere Meinungen auszuhalten. Jedenfalls bis dahin, wo diese die Grenze der Integrität überschreiten. So, dass wir eingreifen müssen: Bei Rassismus, Antisemitismus, Gewalt. «Wir fragen zu schnell nach den Grenzen der Toleranz», sagt der Philosoph Jürgen Wiebicke, in «reformiert.». Auch ich bin der Meinung, wir sollten diese Grenze weiter stecken, damit wir uns nicht so schnell, wie es heute modern ist, über Kleinigkeiten empören müssen. Ganz im Gegensatz zu Elementarem, bei dem wir mehr und mehr feige still...

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Warum der Niesen verschwinden wird

Der Niesen am Thunersee fällt durch seine markante pyramidenartige Form auf. Der Niesengipfel, bekannt für sein Panorama, ist ein beliebtes Ausflugsziel. Aber wie lange noch? In der Natur herrscht ein ewiges Werden und Vergehen. Das betrifft nicht nur die Jahreszeiten. Es gibt auch längerfristige Vorgänge, wie zum Beispiel die Jahrmillionen dauernde Auffaltung der Alpen. Auf der anderen Seite kennt man das ebenso langsame Vergehen, das Abtragen durch Erosion. Die Alpen und Voralpen zum Beispiel sind erst in der Erdneuzeit, im Tertiär entstanden, also vor 35 Millionen Jahren. Dies...

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Königin der Schweiz

Freie Gedanken zum 1. August: Als kleines Kind zählte ich mit meiner Grossmutter am 1. August jeweils die Höhenfeuer, die nach Einbrechen der Dunkelheit auf der ersten Jurakette aufleuchteten. Eins, zwei, mehrere nacheinander zeigten sich und verbanden sich zu einer Lichter­kette am Horizont. Das Schauspiel hat mich immer fasziniert. Ein Feuer zu entzünden, das Wärme und Licht spendet, verbinde ich mit einem Ritual der Gemeinschaft, das Kraft und Energie spendet und Körper, Geist und Seele nährt. In dieser 1.-August-Nacht heulten die Böller, es knallten Raketen, spuckten...

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Geld: Fluch und Segen

Geld regiert die Welt! Wer es zur Ver­fügung hat, dem eröffnen sich Möglichkeiten. Wer zu wenig davon hat, kämpft in einer stark konsumorientierten Gesellschaft oft ums Überleben. Mit Geld kann man sich Besitztümer erwerben, die anfallenden Rechnungen bezahlen und Menschen für sich gewinnen. Wer unverhofft zu Reichtum kommt, hat plötzlich viele neue Freunde. Doch keine echten, sondern eher Freunde des Geldes. Und: Besitz engt auch ein, macht unfrei, setzt einen unter bestimmte Zwänge. Das ist eine Seite. Doch es gibt auch eine andere. Stichwort: Social Entrepreneurship. Diese Form der...

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Tierproduktion ohne Bodenhaftung

Wir sprechen in der Schweiz gern über unsere Landwirtschaft. Vom Boden, von Höfen, von Kreisläufen. Doch wer wissen will, wie die gängige Fleischproduktion wirklich funktioniert, sollte besser von der industriellen Tierproduktion sprechen. Denn sie hat mit landwirtschaftlicher Bodenhaftung kaum mehr etwas zu tun. Besonders deutlich zeigt sich dies bei den beiden meistverzehrten Tierarten: Hühner und Schweine. Diese Tiere können kein Gras verwerten und leben fast ausschliesslich im Stall – in hochspezialisierten Betrieben, die auf maximale Effizienz ausgelegt sind. Sie brauchen keine...

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Lachen hinter dem Rücken

«Sie lachen hinter meinem Rücken, wenn sie mich mit den Steinen, dem Wind und den Wurzeln der Bäume, über die ich gehe, flüstern hören», sagt er, und wischt sich mit einem nicht mehr weissen Tuch den Sand von den schwarzen Schuhen. «Gott muss die Vögel sehr lieben. Ihre Art ist älter als die Dinosaurier, die längst ausgestorben sind», sagt er, geht mit dem Gesicht nah an den Spiegel und zieht sich dunkelrot die Lippen nach. Dann beugt er sich zurück, betrachtet sich, fährt mit einer Hand durchs halblange, leicht angegraute Haar: «Ist etwas nur existent, wenn es Worte dafür gibt? Das...

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Die neuen administrativ Versorgten

Mehrere Tausend Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen leben noch heute in der Schweiz, am meisten im Kanton Bern. Es gab bis 1981 auf Grundlage des früheren Zivilrechts zwei Formen dieser Zwangsmassnahmen: Verdingkinder, die fremdplatziert wurden, und adminis­trativ Versorgte, die ohne Gerichtsurteil in Anstalten, Arbeitsheime oder Gefängnisse eingewiesen wurden. Das Unrecht, das diese Menschen erfahren haben, ist staatlich anerkannt: Bis Ende 2023 hat das Bundesamt für Justiz über 10 600 Betroffenen eine Entschädigung ausbezahlt.  Aus der Geschichte lernen? Das ist...

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Kompromiss statt Polemik

In der Eingangshalle des Bundeshauses, oberhalb des linken Treppenaufgangs, befindet sich im Giebel eine Schrifttafel. Auf dieser steht geschrieben «Salus publica suprema lex esto», oder zu Deutsch «Das öffentliche Wohl sei oberstes Gesetz». Dieser Satz erinnert die Mitglieder von Parlament und Bundesrat an ihren wichtigen, verfassungsmässigen Auftrag als Vertreter der obersten Staatsbehörden der Schweiz.  Leider scheint die Wirkung dieser Inschrift zu verblassen. Die Lösung der Probleme unseres Landes ist ins Stocken geraten, und der Pendenzenberg wird immer grösser. Seit über...

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Die Maus mit dem sechsten Sinn

In meiner Nachbarschaft wohnt ein betagter Witwer in einer kleinen Parterrewohnung. Nennen wir ihn Fritz. Fritz lässt an Herbstabenden gern die Gartentür offen, um die letzten Sonnenstrahlen hereinzulassen. So auch Ende Oktober vergangenen Jahres. Diese Gelegenheit ergriff eine Maus, um in die Wohnung zu gelangen. Fritz vernahm beim Abendessen seltsame Geräusche hinter dem Kühlschrank. Und ab und zu sah er etwas Dunkles vorbeihuschen. Da besorgte er sich Mause­fallen und befüllte sie mit Leckerbissen. Doch die Maus fiel nicht darauf herein. Im Gegenteil: Sie richtete sich direkt vor einer...

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Eine winzige Geste

Neulich liess ich einem anderen Auto den Vortritt. Der Fahrer bedankte sich mit einem kurzen Blinksignal. Eine winzige Geste. Und doch hat sie mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Ich fuhr weiter – und merkte, dass ich mich da­rüber wirklich freute. Und gleichzeitig fragte ich mich: Warum freue ich mich eigentlich nicht öfter über solche kleinen Augen­blicke? Wenn ich mich auch über die scheinbar kleinen Dinge im Leben freue, kann ich mich ja viel öfter freuen :-) Wir warten oft auf das Grosse: den Urlaub, den Erfolg, die Veränderung. Und dabei übersehen wir, dass das Leben dazwischen...

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Alles Schwurbler und Verschwörerinnen?

Nach dem ersten Bericht, der bereits 2020 im «Berner Landboten» erschien, in dem der Thuner Arzt Daniel Beutler sachlich und mit Quellenangaben informierte, dass die Coronaimpfung jungen Menschen schaden könnte, wurde er massiv angegriffen. Das Erstaunliche: Seit drei Jahren höre er, so Beutler, nichts Diffamierendes mehr, auch nicht aus Kollegenkreisen. Daraus schliesse er, dass die Mitmenschen dem Thema gegenüber nun offener seien und sich nicht mehr persönlich angegriffen fühlten. Und vor allem: offen dafür seien, dass daran etwas Wahres sein könnte … Denn unterdessen ist die...

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Eine bäumige Geschichte

Ich bin neidisch. Auf den Biber. Warum? Weil er darf, was mir verwehrt bleibt: unbescholten Bäume fällen. Nicht dass ich gerne Bäume fällen würde. Nein, das ist es nicht. Meine Spezialisten von Stadtgrün und mich reut jeder Baum, den wir ummachen müssen. Aber manchmal ist es unumgänglich. Zunehmende Hitze, Krankheiten, falscher Standort oder ganz einfach das Erreichen des natürlichen Lebensendes sind alles Gründe dafür. Und so tun wir halt, was wir tun müssen. Risikominderung. Trotzdem sehen wir uns häufig grosser Empörung und Kritik ausgesetzt. Regelmässig werden Einsprachen...

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Mehr als nur ein Volkssport

Wandern ist mehr als nur ein Volkssport, bei dem man sich rasch in rote Socken stürzt, ein Paar währschafte Schuhe bindet, mit einem trockenen Farmer-stengel und einer Thermoskanne voll Tee im Gepäck spontan kurz mal loszieht und zusieht, wohin es einen verschlagen mag. Gemäss Bruno Maerten von den «Berner Wanderwegen» will eine Wanderung sorgfältig vorbereitet sein. Man sollte im Vorfeld die Karten studieren und sich ein Bild vom Weg machen, den man zurücklegen will. Wie schwierig ist die Route, wie viele Höhenmeter werden zurückgelegt – und vor allem: ist die Route meinen eigenen...

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Coop, Migros und das Wohl der Tiere

Coop-Kind oder Migros-Kind? Über Jahrzehnte hatte diese Frage für Herrn und Frau Schweizer beinahe religiösen Charakter. Kabarettist Gabriel Vetter stilisierte die ewige Entscheidung einst zum grossen Schweizer Kulturkampf: Auf der einen Seite die Migros-Kinder aus bescheidenen Verhältnissen, früh zum «Schlüsselkind» geworden. Auf der anderen Seite die Coop-Kinder aus gutem Haus, die bereits mit fünf Jahren wissen, dass ein Delfin kein Fisch ist. Heute sind die ideologischen Gräben weitgehend zugeschüttet. Und auch wenn das Image der Migros als preisgünstige Alternative zu Coop weiterhin...

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Der einzigartige Hoffnungsschimmer

Die Proteste der amerikanischen Studenten: Der Mensch ist ein moralisches Wesen. Die Verhaltensforscher haben sich in Tests vergewissert und immer neu vergewissert, dass der Mensch als Säugetier zu den Lebewesen gehört, die mit Moral begabt sind, und dass es nicht ein angelerntes, sondern ein angeborenes Verhalten ist, das die Säugetiere seit Urzeiten in ihren Genen mittragen (Frans de Waal).  Das bedeutet, dass schon Kinder moralisch reagieren und Moral nicht von Grund auf lernen müssen. Sie verstehen Leid, sie helfen, sie haben Mitgefühl, sie verhindern Unrecht von sich aus. So...

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