Skip to main content

-

Sonja Laurèle Bauer

Redaktionsleiterin
Sonja Laurèle Bauer
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Sonja Laurèle Bauer ist in Bolligen bei Bern aufgewachsen. Sie ist ausgebildete Journalistin BR, mit Erfahrung in Print-, Fernseh- und Radio-Journalismus. Zehn Jahre arbeitete sie beim SWR-Fernsehen in Baden-Baden. Seit dreissig Jahren schreibt sie für diverse deutschsprachige Printmedien, darunter «Der Bund», die «Berner Zeitung BZ», «annabelle», «anda! – Zeitschrift für Flamenco». Sie ist Autorin mehrerer Bücher. Seit sechs Jahren ist sie Redakteurin beim «Berner Landboten». Sonja L. Bauer ist Mutter zweier Söhne und Grosi einer Enkeltochter. Sie liebt Familie, Literatur, Reisen, Natur, Denken, Tanzen.

Weitere Artikel von Sonja Laurèle Bauer

«Mit der Bioschule verliert man mehr als nur Unterrichtsstunden»

Münsingen/Bio Schwand • Heinz Iseli, langjähriger Mitinitiator und Begleiter des Bio Schwands, blickt auf Aufbau, finanzielle Schwierigkeiten, Konkurs und Versteigerung zurück. Im Zentrum steht für ihn heute weniger die Schuldfrage als die Zukunft der Bioausbildung im Kanton Bern. 

«Es ist zweitrangig, was der Auslöser war»

Sichtbarkeit • Chantal Britt ist Präsidentin von «Long Covid Schweiz» und selbst von der Krankheit betroffen. «Viele Menschen mit Long Covid erkranken früher oder später auch an ME/CFS.» 

Eine Form von Gewalt

Echt jetzt, SBV (Schweizer Bauernverband)? Habt Ihr solche Angst vor Franziska Herrens «Initiative für eine sichere Ernährung» (Seite 8/9), dass Ihr überall «Nein zum Vegan-Zwang! Mein Essen, meine Wahl» plakatieren müsst?! Es ist schon erstaunlich, wie viele Männer – Sie haben richtig gelesen, es sind, gemäss Umfrageergebnissen der SRG, vor allem Männer (Zitat: «Während 55 Prozent der Frauen die Ernährungs-initiative annehmen würden, liegt die Zustimmung bei den Männern lediglich bei 39 Prozent») – fürchten, dass ihnen jemand verbieten könnte, täglich Fleisch zu essen. Obwohl dem nicht so ist: Herren fordert mit ihrer Initiative eine Stärkung der inländischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und einen besseren Schutz des Trinkwassers. Und eine bessere Ver-teilung der Subventionen – auch den Landwirtinnen und Landwirten zuliebe! Denn viele unter ihnen sind mit der heutigen Situation unzufrieden und durch sie stark körperlich und psychisch belastet. 

Oben erwähnte SBV-Parole zielt darauf ab, Menschen für dumm zu verkaufen. Doch wer nur über ein bisschen Stolz verfügt, lässt dies nicht zu – und informiert sich in die Tiefe: In dieser und der nächsten Ausgabe möchten wir der Parole Gegensteuer geben, indem wir Wissen vermitteln und aufklären. Denn nur, wer sich in einem Thema auskennt, kann argumentieren, lässt Polemik nicht greifen. «Polemik» stammt übrigens aus dem Griechischen (polemikó: kriegerisch, feindselig) und steht für einen unsachlichen Angriff, bei dem die andere Partei persönlich getroffen oder herabgesetzt wird. Die Aussagen sind überspitzt, um den anderen blosszustellen. Es werden Ironie, Sarkasmus oder Spott genutzt. Es geht nicht um eine Einigung, sondern um den Sieg und das Abwerten des Gegners.

Sogar der Bundesrat verbreitete in Bezug auf Herrens Initiative irreführende Informationen, gegen die das Initiativkomitee nun Beschwerde einreicht. 

Hierzulande müsste mittlerweile in jedem Kopf angekommen sein, dass der Verzicht auf den täglichen (!) Fleischkonsum – man beachte den Methan-Ausstoss und den Wasserverbrauch in der Fleischwirtschaft – der Natur und somit auch uns Menschen zugute kommt. Auch früher ass man nicht täglich Fleisch, wovon das Wort Sonntagsbraten wunderbar erzählt. Tiere empfinden grosse Angst und Schmerzen, bevor und während sie geschlachtet werden, das vermag kein noch so beschönigter Zeitungsbericht abzustreiten: diese «härzigen» Tiere, die wir von unseren Kindern an den Messen so gern streicheln lassen, den Kindern aber verschweigen, dass viele der Tiere den Heimweg nicht mehr antreten
werden – «jüüh» hin oder her. 

Ich gehe so weit zu sagen, dass ein mass- und achtloser Fleischkonsum eine Form von Gewalt ist. Nicht allein an Tieren. Viele Menschen schmerzt dieser unaufhaltsame Massenmord an den Tieren. Finden Sie das polemisch? Dann überdenken Sie doch erst oben erwähnte SBV-Parole. 

Der Seeuferwart: «Sie sollten sich schämen»

Hondrich • Kurt Nafzger aus Hondrich hält sich seit seiner Pensionierung fast täglich am rechten Thunerseeufer auf: Der Beatenbucht entlang sammelt der Schreiner und ehemalige Arbeitsagoge den Müll ein, den andere liegen liessen – ohne dafür monetär entlöhnt zu werden. Die Litterer hingegen werden gebüsst: Ab sofort gilt ein nationales Littering-Verbot.

Noma Din, der Abendstern im lauen Mittsommerwind des Abendlandes und die Wasser der Seele

Magischer Realismus • Ich liege am See und blicke hinaus auf die See, sehe diesen Fleck am Horizont, der mehr und mehr zum Bug eines grossen Segelschiffes wird. Von diesem Moment an ist alles anders. 

Junge Talente im Rampenlicht der Bachwochen

Thun/Oberhofen/Noflen • Junge Musikerinnen und Musiker treten am Samstag, 29. August, im Sommersaal des Schlosses Oberhofen auf. Ihre  erstaunliche Reife und Spielfreude faszinieren: ein berührendes Konzerterlebnis.

Die Epigenetik ist der Dirigent

Christian Morgenstern sagte: «Hundert Mal sah ich eine Wiese und plötzlich sah ich sie.» Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass Sie etwas geistesabwesend betrachten und es plötzlich bewusst wahrnehmen? Dass da eine Ebene in
Ihnen ist, die «mitläuft», wie der Hund an der Leine neben dem Menschen, der ihn führt. Beide nehmen wahr. Doch der Hund (das Unterbewusstsein) viel instinktiver und schneller als Sie. 

Haben Sie sich auch schon ertappt, wie Sie abends müde ins Auto steigen und irgendwann bemerken, dass Sie zu-hause sind, ohne genau zu wissen, «wer» da eigentlich gefahren ist? 

Das Unterbewusstsein speichert alle Lebenserfahrungen, Emotionen, Glaubenssätze. Es steuert 95 Prozent der täglichen Handlungen sowie unzählige Körperfunktionen und verarbeitet Millionen Sinneseindrücke pro Sekunde im Hintergrund, ohne dass wir es aktiv merken. Wir automatisieren es durch das Erlernen komplexer Abläufe wie Schreiben oder Autofahren. Es speichert diese als Routinen ab, damit unser Bewusstsein entlastet wird. Die Hirn-forschung zeigt, dass das Unterbewusstsein Entscheidungen oft schon Sekunden vor unserer bewussten Wahrnehmung vorbereitet. Der Verstand rationalisiert diese Entscheidungen im Nachhinein. Wenn wir also auf unsere Intuition hören, ist es die Stimme der gespeicherten Erfahrung. Und: Es verknüpft aktuelle Situationen mit ver-gangenen Erfahrungen. Löst also ein Erlebnis (Gefahr) starke Emotionen aus, speichert das Unterbewusstsein dies ab, um uns in Zukunft automatisch zu warnen (Flucht-/Kampfreaktionen). Das halten wir für «Instinkt». Diese Automatismen funktionieren schon bei kleinen Kindern. 

So lässt sich nicht nur Freude, sondern auch Schmerz konditionieren. Das Unterbewusstsein zu dekonditionieren, ist weit schwieriger. Die gute Nachricht: Im Gegensatz zu unserer unveränderlichen DNA-Sequenz ist das Epigenom durch äussere Einflüsse veränderbar. Vereinfacht: Die DNA ist das Notenblatt eines Musikstücks. Dieses (die Genetik) ist bei jedem Menschen fast identisch. Die Epigenetik ist der Dirigent, der bestimmt, welche Instrumente wann und wie laut spielen. Die Epigenetik erklärt, warum sich eineiige Zwillinge, die exakt dieselbe DNA haben, im Laufe des Lebens in Charakter, Gesundheit, körperlichen Merkmalen unterscheiden können. Epigenetische Markierungen, die durch tiefgreifende Erfahrungen oder Lebensweisen geprägt wurden, können unter bestimmten Umständen sogar an nachfolgende Generationen weitergegeben werden, was erklären könnte, weshalb wir (unterbewusst) an Dingen leiden, die uns niemals selbst widerfuhren… Vielleicht wird gar der Charakter im Laufe der Jahrtausende so geprägt? 

Kürzlich schaute ich jemandem geistesabwesend zu. Sah, wie er auf der anderen Strassenseite in die Unterführung hineinging – und vergass ihn. Viel später fiel er mir wieder ein. Ich frage mich noch heute, ob er überhaupt jemals
herausgekommen ist.

Keine Wahl

Nicht eine Partei steht hinter der «Ini-tiative für eine sichere Ernährung». Obwohl es kein einziges stichhaltiges Argument dagegen gibt – schliesslich spricht der Zustand unserer Erde für sich und gegen jegliche Entscheidungsfreiheit: Wir haben nicht mehr die Wahl! Diese Initiative sollte aufgrund dessen gar nicht zur Abstimmung kommen, sie sollte sofort umgesetzt werden. 

Natürlich drängt sich da die Frage auf, ob bei den Parteimitgliedern die nackte Angst umgeht, nicht wiedergewählt zu werden, wenn sie sich positionieren? 

Wer aber glaubt noch an das «Wasserschloss Schweiz», wenn Kühe bereits Anfang Juli wieder von der Alp unten sind, weil dort das Wasser fehlt? Wir haben grüne statt weisse Bergspitzen. Die Gletscher fliehen, der Thunersee ist warm wie das Mittelmeer im Hoch-sommer. Unsere Wasserqualität litt aufgrund der Pestizide – doch die Schweiz hat noch keine Wasserstrategie …

Tausende leidensfähige Schweinchen werden noch sinnfreier gezüchtet als sonst schon, da sie von Beginn an als Überschuss gelten und zu Müll werden (siehe Box). Sie werden nach Deutschland gekarrt und dort getötet, weil hierzulande die Fleischwirtschaft mit hohen Summen staatlich gefördert wird statt der Gemüseanbau. 

Millionen Franken werden zudem in die Aufrüstung des brennenden Europas gebuttert – statt in den Umweltschutz. Geld regiert den Menschen zu Tode, während er sich selbst beim Sterben zusieht. Wer im September gegen diese Initiative stimmt, versteht sie nicht, oder seine Kinder und Kindeskinder sind ihm egal.

Pflanzliche Nahrung gehört nicht in den Trog, sondern auf den Teller!

Initiative • «Die Debatten im Parlament zeigen, wohin die Agrarpolitik führt, die wir mit 3,6 Milliarden Franken jährlich subventionieren», sagt Franziska
Herren, Initiantin der «Initiative für eine sichere Ernährung»: zu weniger Gewässerschutz, mehr giftigen Pestiziden, einer Überproduktion von Milch und Fleisch. Weg von einer sicheren Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und sauberem Trinkwasser. Der «Berner Landbote» war an der Medienkonferenz. 

Nikolina Pinko, das Orchester Camerata Zagreb und der Belper Chor

Story in Concert • Mathias Behrends ist Opernregisseur, leitet das Schweizer Opernstudio der Hochschule der Künste Bern. Zudem leitet er den Belper Chor und verwirklicht moderne Chor-Projekte. 2015 gründete er das Ensemble «Camerata Zagreb» (Instrumentalisten sowie Sängerinnen und Sänger umfassend) und realisiert in Zusammenarbeit mit diesem Ensemble und dem Belper Chor verschiedene Konzerte, deren roten Faden eine Geschichte bildet.