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Sonja Laurèle Bauer

Redaktionsleiterin
Sonja Laurèle Bauer
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Sonja Laurèle Bauer ist in Bolligen bei Bern aufgewachsen. Sie ist ausgebildete Journalistin BR, mit Erfahrung in Print-, Fernseh- und Radio-Journalismus. Zehn Jahre arbeitete sie beim SWR-Fernsehen in Baden-Baden. Seit dreissig Jahren schreibt sie für diverse deutschsprachige Printmedien, darunter «Der Bund», die «Berner Zeitung BZ», «annabelle», «anda! – Zeitschrift für Flamenco». Sie ist Autorin mehrerer Bücher. Seit sechs Jahren ist sie Redakteurin beim «Berner Landboten». Sonja L. Bauer ist Mutter zweier Söhne und Grosi einer Enkeltochter. Sie liebt Familie, Literatur, Reisen, Natur, Denken, Tanzen.

Weitere Artikel von Sonja Laurèle Bauer

Nichts als die Erinnerung

Ich habe mich, als ich dabei war, mein Leben anhand von alten Fotos zu sortieren, erinnert, dass mein erstgeborener Sohn als Baby ab und an in einem alten, mit Schaffell ausgelegten Koffer schlief, der kaum grösser war als er selbst und neben meinem Bett lag. 

Als während dieser warmen Gedanken an damals die Nacht in sich zusammenbrach, spiegelten mir die letzten Sterne, dass mir hiervon nichts bliebe als die Erinnerung. Dass nicht einmal sie sicher ist. Ich fragte mich, ob die kollektive Erinnerung von grösserem Wert ist als die einzelne und ein Beweis dafür, ob etwas stattgefunden hat, jemand gelebt hat? Und selbst wenn dem so ist, so findet die Gegenwart nur im Augenblick statt. Ist also gerade vorbei oder noch nicht da – und wir reden von Immer und Nie.  

Der Koffer war Symbol für mein immenses, ziehendes, forderndes, oft gar körperlich schmerzhaftes Fernweh, das damals, als ich eine knapp 22 Jahre junge Mutter war, noch so in mein Fleisch stach, dass ich oft fürchtete, daran zu verbluten. Manchmal schien es mir, als sei mein Herz vor Melancholie wundgerissen, als müsste es der Zeit entgegenschlagen, um zu überleben, so, wie man sich schwimmend durch viel zu hohe Wellen schlägt. Und über allem klang das Lachen der Himmel und der Erde. 

Es mag kitschig klingen, doch diese Gefühle des unverbrauchten Jungseins waren elementar. Die alten Fotos zeigten mir, wie lau sie heute geworden sind. Wie lautlos sich der Pragmatismus in den Galopp des Lebens eingefügt hat, ohne wirklich reiten zu können. 

Leben ist Reiten ohne Sattel. Manchmal auf Pferden, die vom Kampfe müde sind. Unsere Augen, aus Nebel und Verlust, blicken lieber in die Vergangenheit, weil wir nicht wissen, ob wir der Zukunft trauen wollen, wenn uns die Schallwellen irgendeines nahen Krieges erfassen. So bleiben uns, statt der Reisen in ferne Länder, abgetragen wie alte Jeans, jene in andere Zeiten, in Erinnerung und Fantasie, und im besten Falle in die Freude des spielenden Windes. 

Die halbe Menschheit ist betroffen

Wechseljahre • Noemi Allemann ist Oberärztin am Menopausenzentrum in der «Insel» und arbeitet unter der Supervision von Chefärztin Petra Stute. Die  Wartezeiten für einen Termin betragen ein Jahr – Beratung ist ein Bedürfnis, obwohl dem Thema im Medizinstudium nur 45 Minuten gewidmet werden…

«Es ist unvorstellbar, dass es mich nicht mehr gibt»

Lebensende • Vom Steffen Eychmüller ist seit mehr als 20 Jahren als Palliativmediziner tätig. Er ist einer der Veranstalter der gesamtschweizerischen Woche «endlich.menschlich. Zum Leben mit dem Tod», die von 24. Oktober bis 1. November mit Konzerten, Gesprächen, Workshops, Ritualen stattfindet. Die meisten Angebote sind kostenlos. Die Programme sind unter die-woche.endlich-menschlich.ch abrufbar.

«Bäume helfen uns zu überleben»

Vorträge • Baumpflegespezialist Fabian Dietrich gehört zu den bekanntesten Baumexperten der Region. Mit langjähriger Erfahrung, fundiertem Fachwissen und echter Leidenschaft engagiert er sich seit vielen Jahren für den Erhalt der grünen Riesen.

Der Crooner mit der Merlot-Stimme

Hünibach • Daniel Spichiger ist Jazzsänger, Komponist, Pianist und Bauingenieur. Sein Herz gehört allerdings nicht den Immobilien, sondern der Musik.
Seine samtene Stimme klingt wie gut gereifter Merlot, nach Pflaume, schwarzer Kirsche und Schokolade. 

Die Dienstpläne den Menschen anpassen – nicht umgekehrt!

Pflegefachfrau HF • Annina Bosshard arbeitet als diplomierte Pflegefachfrau HF und ist zudem Co-Präsidentin von «Swiss Nursing Students» (SNS). Im Rahmen des SNS setzt sie sich für gute Arbeitsbedingungen für Pflegende und die Zukunft der Pflegeberufe ein. Bosshard setzt sich vor allem für die jungen Berufspersonen ein. Auf ihrem Instagram-Kanal äussert sich die engagierte 29-Jährige regelmässig zum Thema (annina_bosshard).

«Mit der Bioschule verliert man mehr als nur Unterrichtsstunden»

Münsingen/Bio Schwand • Heinz Iseli, langjähriger Mitinitiator und Begleiter des Bio Schwands, blickt auf Aufbau, finanzielle Schwierigkeiten, Konkurs und Versteigerung zurück. Im Zentrum steht für ihn heute weniger die Schuldfrage als die Zukunft der Bioausbildung im Kanton Bern. 

«Es ist zweitrangig, was der Auslöser war»

Sichtbarkeit • Chantal Britt ist Präsidentin von «Long Covid Schweiz» und selbst von der Krankheit betroffen. «Viele Menschen mit Long Covid erkranken früher oder später auch an ME/CFS.» 

Eine Form von Gewalt

Echt jetzt, SBV (Schweizer Bauernverband)? Habt Ihr solche Angst vor Franziska Herrens «Initiative für eine sichere Ernährung» (Seite 8/9), dass Ihr überall «Nein zum Vegan-Zwang! Mein Essen, meine Wahl» plakatieren müsst?! Es ist schon erstaunlich, wie viele Männer – Sie haben richtig gelesen, es sind, gemäss Umfrageergebnissen der SRG, vor allem Männer (Zitat: «Während 55 Prozent der Frauen die Ernährungs-initiative annehmen würden, liegt die Zustimmung bei den Männern lediglich bei 39 Prozent») – fürchten, dass ihnen jemand verbieten könnte, täglich Fleisch zu essen. Obwohl dem nicht so ist: Herren fordert mit ihrer Initiative eine Stärkung der inländischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und einen besseren Schutz des Trinkwassers. Und eine bessere Ver-teilung der Subventionen – auch den Landwirtinnen und Landwirten zuliebe! Denn viele unter ihnen sind mit der heutigen Situation unzufrieden und durch sie stark körperlich und psychisch belastet. 

Oben erwähnte SBV-Parole zielt darauf ab, Menschen für dumm zu verkaufen. Doch wer nur über ein bisschen Stolz verfügt, lässt dies nicht zu – und informiert sich in die Tiefe: In dieser und der nächsten Ausgabe möchten wir der Parole Gegensteuer geben, indem wir Wissen vermitteln und aufklären. Denn nur, wer sich in einem Thema auskennt, kann argumentieren, lässt Polemik nicht greifen. «Polemik» stammt übrigens aus dem Griechischen (polemikó: kriegerisch, feindselig) und steht für einen unsachlichen Angriff, bei dem die andere Partei persönlich getroffen oder herabgesetzt wird. Die Aussagen sind überspitzt, um den anderen blosszustellen. Es werden Ironie, Sarkasmus oder Spott genutzt. Es geht nicht um eine Einigung, sondern um den Sieg und das Abwerten des Gegners.

Sogar der Bundesrat verbreitete in Bezug auf Herrens Initiative irreführende Informationen, gegen die das Initiativkomitee nun Beschwerde einreicht. 

Hierzulande müsste mittlerweile in jedem Kopf angekommen sein, dass der Verzicht auf den täglichen (!) Fleischkonsum – man beachte den Methan-Ausstoss und den Wasserverbrauch in der Fleischwirtschaft – der Natur und somit auch uns Menschen zugute kommt. Auch früher ass man nicht täglich Fleisch, wovon das Wort Sonntagsbraten wunderbar erzählt. Tiere empfinden grosse Angst und Schmerzen, bevor und während sie geschlachtet werden, das vermag kein noch so beschönigter Zeitungsbericht abzustreiten: diese «härzigen» Tiere, die wir von unseren Kindern an den Messen so gern streicheln lassen, den Kindern aber verschweigen, dass viele der Tiere den Heimweg nicht mehr antreten
werden – «jüüh» hin oder her. 

Ich gehe so weit zu sagen, dass ein mass- und achtloser Fleischkonsum eine Form von Gewalt ist. Nicht allein an Tieren. Viele Menschen schmerzt dieser unaufhaltsame Massenmord an den Tieren. Finden Sie das polemisch? Dann überdenken Sie doch erst oben erwähnte SBV-Parole. 

Der Seeuferwart: «Sie sollten sich schämen»

Hondrich • Kurt Nafzger aus Hondrich hält sich seit seiner Pensionierung fast täglich am rechten Thunerseeufer auf: Der Beatenbucht entlang sammelt der Schreiner und ehemalige Arbeitsagoge den Müll ein, den andere liegen liessen – ohne dafür monetär entlöhnt zu werden. Die Litterer hingegen werden gebüsst: Ab sofort gilt ein nationales Littering-Verbot.