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Sonja Laurèle Bauer

Redaktionsleiterin
Sonja Laurèle Bauer
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Sonja Laurèle Bauer ist in Bolligen bei Bern aufgewachsen. Sie ist ausgebildete Journalistin BR, mit Erfahrung in Print-, Fernseh- und Radio-Journalismus. Zehn Jahre arbeitete sie beim SWR-Fernsehen in Baden-Baden. Seit dreissig Jahren schreibt sie für diverse deutschsprachige Printmedien, darunter «Der Bund», die «Berner Zeitung BZ», «annabelle», «anda! – Zeitschrift für Flamenco». Sie ist Autorin mehrerer Bücher. Seit sechs Jahren ist sie Redakteurin beim «Berner Landboten». Sonja L. Bauer ist Mutter zweier Söhne und Grosi einer Enkeltochter. Sie liebt Familie, Literatur, Reisen, Natur, Denken, Tanzen.

Weitere Artikel von Sonja Laurèle Bauer

Die Epigenetik ist der Dirigent

Christian Morgenstern sagte: «Hundert Mal sah ich eine Wiese und plötzlich sah ich sie.» Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass Sie etwas geistesabwesend betrachten und es plötzlich bewusst wahrnehmen? Dass da eine Ebene in
Ihnen ist, die «mitläuft», wie der Hund an der Leine neben dem Menschen, der ihn führt. Beide nehmen wahr. Doch der Hund (das Unterbewusstsein) viel instinktiver und schneller als Sie. 

Haben Sie sich auch schon ertappt, wie Sie abends müde ins Auto steigen und irgendwann bemerken, dass Sie zu-hause sind, ohne genau zu wissen, «wer» da eigentlich gefahren ist? 

Das Unterbewusstsein speichert alle Lebenserfahrungen, Emotionen, Glaubenssätze. Es steuert 95 Prozent der täglichen Handlungen sowie unzählige Körperfunktionen und verarbeitet Millionen Sinneseindrücke pro Sekunde im Hintergrund, ohne dass wir es aktiv merken. Wir automatisieren es durch das Erlernen komplexer Abläufe wie Schreiben oder Autofahren. Es speichert diese als Routinen ab, damit unser Bewusstsein entlastet wird. Die Hirn-forschung zeigt, dass das Unterbewusstsein Entscheidungen oft schon Sekunden vor unserer bewussten Wahrnehmung vorbereitet. Der Verstand rationalisiert diese Entscheidungen im Nachhinein. Wenn wir also auf unsere Intuition hören, ist es die Stimme der gespeicherten Erfahrung. Und: Es verknüpft aktuelle Situationen mit ver-gangenen Erfahrungen. Löst also ein Erlebnis (Gefahr) starke Emotionen aus, speichert das Unterbewusstsein dies ab, um uns in Zukunft automatisch zu warnen (Flucht-/Kampfreaktionen). Das halten wir für «Instinkt». Diese Automatismen funktionieren schon bei kleinen Kindern. 

So lässt sich nicht nur Freude, sondern auch Schmerz konditionieren. Das Unterbewusstsein zu dekonditionieren, ist weit schwieriger. Die gute Nachricht: Im Gegensatz zu unserer unveränderlichen DNA-Sequenz ist das Epigenom durch äussere Einflüsse veränderbar. Vereinfacht: Die DNA ist das Notenblatt eines Musikstücks. Dieses (die Genetik) ist bei jedem Menschen fast identisch. Die Epigenetik ist der Dirigent, der bestimmt, welche Instrumente wann und wie laut spielen. Die Epigenetik erklärt, warum sich eineiige Zwillinge, die exakt dieselbe DNA haben, im Laufe des Lebens in Charakter, Gesundheit, körperlichen Merkmalen unterscheiden können. Epigenetische Markierungen, die durch tiefgreifende Erfahrungen oder Lebensweisen geprägt wurden, können unter bestimmten Umständen sogar an nachfolgende Generationen weitergegeben werden, was erklären könnte, weshalb wir (unterbewusst) an Dingen leiden, die uns niemals selbst widerfuhren… Vielleicht wird gar der Charakter im Laufe der Jahrtausende so geprägt? 

Kürzlich schaute ich jemandem geistesabwesend zu. Sah, wie er auf der anderen Strassenseite in die Unterführung hineinging – und vergass ihn. Viel später fiel er mir wieder ein. Ich frage mich noch heute, ob er überhaupt jemals
herausgekommen ist.

Keine Wahl

Nicht eine Partei steht hinter der «Ini-tiative für eine sichere Ernährung». Obwohl es kein einziges stichhaltiges Argument dagegen gibt – schliesslich spricht der Zustand unserer Erde für sich und gegen jegliche Entscheidungsfreiheit: Wir haben nicht mehr die Wahl! Diese Initiative sollte aufgrund dessen gar nicht zur Abstimmung kommen, sie sollte sofort umgesetzt werden. 

Natürlich drängt sich da die Frage auf, ob bei den Parteimitgliedern die nackte Angst umgeht, nicht wiedergewählt zu werden, wenn sie sich positionieren? 

Wer aber glaubt noch an das «Wasserschloss Schweiz», wenn Kühe bereits Anfang Juli wieder von der Alp unten sind, weil dort das Wasser fehlt? Wir haben grüne statt weisse Bergspitzen. Die Gletscher fliehen, der Thunersee ist warm wie das Mittelmeer im Hoch-sommer. Unsere Wasserqualität litt aufgrund der Pestizide – doch die Schweiz hat noch keine Wasserstrategie …

Tausende leidensfähige Schweinchen werden noch sinnfreier gezüchtet als sonst schon, da sie von Beginn an als Überschuss gelten und zu Müll werden (siehe Box). Sie werden nach Deutschland gekarrt und dort getötet, weil hierzulande die Fleischwirtschaft mit hohen Summen staatlich gefördert wird statt der Gemüseanbau. 

Millionen Franken werden zudem in die Aufrüstung des brennenden Europas gebuttert – statt in den Umweltschutz. Geld regiert den Menschen zu Tode, während er sich selbst beim Sterben zusieht. Wer im September gegen diese Initiative stimmt, versteht sie nicht, oder seine Kinder und Kindeskinder sind ihm egal.

Pflanzliche Nahrung gehört nicht in den Trog, sondern auf den Teller!

Initiative • «Die Debatten im Parlament zeigen, wohin die Agrarpolitik führt, die wir mit 3,6 Milliarden Franken jährlich subventionieren», sagt Franziska
Herren, Initiantin der «Initiative für eine sichere Ernährung»: zu weniger Gewässerschutz, mehr giftigen Pestiziden, einer Überproduktion von Milch und Fleisch. Weg von einer sicheren Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und sauberem Trinkwasser. Der «Berner Landbote» war an der Medienkonferenz. 

Nikolina Pinko, das Orchester Camerata Zagreb und der Belper Chor

Story in Concert • Mathias Behrends ist Opernregisseur, leitet das Schweizer Opernstudio der Hochschule der Künste Bern. Zudem leitet er den Belper Chor und verwirklicht moderne Chor-Projekte. 2015 gründete er das Ensemble «Camerata Zagreb» (Instrumentalisten sowie Sängerinnen und Sänger umfassend) und realisiert in Zusammenarbeit mit diesem Ensemble und dem Belper Chor verschiedene Konzerte, deren roten Faden eine Geschichte bildet.

Livemusik als musikalische Bildung und regionale Kulturarbeit

Oberhofen/Thun • Georgios Balatsinos aus Athen und Korfu ist ein weltweit bekannter Violinist und Dirigent. Einmal mehr hält er sich im Ausland auf, um an internationalen Konzerthäusern zu dirigieren. So zum Beispiel als Chefdirigent der Sinfonica Abruzzese, Italien. Ist der Familienvater daheim in Oberhofen, arbeitet er in der Musikschule Region Thun als Geigenlehrer. In «seinem» Jugend-Sinfonieorchester «Arabesque» spielen Jugendliche aus der Region.

Die sanfte, ganzheitliche Körpertherapie

Belp • Antonietta Baccile ist Craniosacral-Therapeutin. Sie versteht sich, wie sie sagt, als Begleiterin und Vermittlerin von Verständnis und Selbstwirksamkeit. Wichtig ist ihr die Hilfe zur Selbsthilfe. Denn sie erfuhr am eigenen Leib, was es bedeutet, mit Schicksalsschlägen umgehen zu müssen. 

Gemacht, um süchtig zu machen

Handysucht • Susanna Hofmann ist Mutter eines Dreizehnjährigen, der selbst – und durch die Unterstützung der Eltern – erkannt hat, dass er handy- und gamesüchtig ist. Bis es so weit kam, vergingen viele Stunden des Leids für Mutter und Kind.

Hätte ich doch früher …

BVG • Jean-Marc Eggenberger ist Pensionierungsberater bei der Gewerkschaft Syndicom. Er möchte (nicht allein) Jugendliche für das Thema Vorsorge sensibilisieren. Ausserdem plädiert er für eine Anpassung des Systems an die veränderten gesellschaftlichen Bedürfnisse, nicht umgekehrt. Doch wie?

Wissenschaftlicher Blick in die Coronazeit

Dokumentarfilm • Im kommenden Herbst steht das Schweizer Parlament vor einer Entscheidung von historischer Tragweite: der Revision des Epidemie-gesetzes. Sie soll Massnahmen wie Lockdowns, Maskenpflicht und anderes festschreiben. Doch auf welcher Grundlage basieren diese weitreichenden Entscheide? Der Berner Filmemacher Mike Wyniger recherchierte jahrelang dazu und drehte einen Dokumentarfilm zu den im Jahr 2020 ergriffenen Coronamassnahmen. Es kommen Koryphäen aus Wissenschaft, Medizin, Politik und Medien zu Wort. Der Film trägt damit wesentlich zur Aufarbeitung der Coronazeit bei.

«Zuhören schafft Frieden»

Merligen • Savina Tilmann ist eine faszinierende Persönlichkeit – manche Menschen scheint sie besser zu lesen, als diese sich selbst. Die Traumatherapeutin ist zudem eine eloquente Rednerin und eine hoch spannende, bereichernde Persönlichkeit, die mit Prominenten auftrat und gerade einen Preis gewann.