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Eine Idee, die bleibt

Zahlungsmittel • «Verd» ist gekommen, um zu blieben. Vor einem Jahr wurde die Idee mit einem Innovationspreis ausgezeichnet, heut etabliert sich «Verd» immer mehr. Eine Idee für mehr Zusammenhalt und Solidarität befindet sich im Vormarsch.
| Adrian Hauser | Wirtschaft
Andrew Marshall und Christian Wohlwend von der Verd Purpose Genossenschaft sowie Thomas Bühlmann von Mobiliar Generalagentur Belp (von links). (Bild: zvg)

«‹Verd› lebt und bleibt bestehen, man bringt das Konzept nicht mehr weg», sagte der Gründer und Leiter von «Verd», Christian Wohlwend, anlässlich der Verleihung des Innovationspreises vor rund einem Jahr. Es war der Innovationspreis, der jährlich vom Naturpark Gantrisch gemeinsam mit der «Wirtschaftsvision Gantrisch» (WVG) vergeben wird. Tatsächlich ist «Verd» rund ein Jahr später immer noch da und stetig am Expandieren. Inzwischen haben sich 23 Gemeinden aus verschiedenen Kantonen angeschlossen, beziehungsweise ihren Gemeindetopf aktiviert, sowie 1433 Einzelpersonen. Dies gemäss Stand von Ende Januar, Tendenz steigend.

Nährboden für Ideen

«Die Auszeichnung macht deutlich, wie sehr die Region Gantrisch in den vergangenen Jahren zu einem Nährboden für unternehmerische Ideen geworden ist – nicht zuletzt dank der Wirtschaftsvision Gantrisch», sagt Roland Gehrig aus Riggisberg, Präsident der Wirtschaftsvision Gantrisch und Inhaber der Firma Gehrig Storen. Die Wirtschaftsvision Gantrisch ist ein Zusammenschluss von Unternehmungen aus Industrie, Gewerbe und Dienstleistung, die an die langfristige Existenz ihrer Betriebe in der Region Gürbetal-Längenberg-Schwarzenburgerland glauben. «Sie entstand in den 1990er-Jahren aus der ehemaligen Gewerbekommission des damaligen Regionsverbands Schwarzwasser», erklärt Roland Gehrig. Beinahe hätte sich das Gremium aufgelöst, doch eine kleine Gruppe von Unternehmerinnen und Unternehmern gab nicht auf. Man organisierte zwei Unternehmerabende, die bis auf den letzten Platz gefüllt waren. «In einem zweitägigen Workshop auf dem Belpmoos wurden unter der Leitung von Dr. Astrid Olivia die Grundlagen für ein neues Netzwerk gelegt», führt Roland Gehrig weiter aus. «Fünf engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer finanzierten den Prozess privat. Kurz darauf fand die Gründungsversammlung statt – die Wirtschaftsvision Gantrisch war geboren.» Dies zeigt: Eine Idee ist immer nur so stark wie der Glaube daran. Und genau so ist es mit «Verd»: «Das regional verankerte Unternehmen überzeugte mit einer Lösung, die Nachhaltigkeit, technologische Innovation und lokale Wertschöpfung beispielhaft verbindet», sagt Roland Gehrig weiter zu «Verd».

Zurück in die Gemeinschaft

«In einer Welt, die oft nach ‹mehr für mich› ruft, zeigt die ‹VERD Purpose Genossenschaft›, dass ‹mehr für uns› eine echte Alternative sein kann», sagte Jurymitglied Tim Born an der Preisverleihung in seiner Laudatio. Weniger Egoismus und Entfremdung, mehr Zusammenhalt und Solidarität – genau darum gehe es. Und: Mit dem «Gemeindetopf» schaffe «Verd» die Möglichkeit, dass Gewinne aus lokalen Dienstleistungen und Produkten nicht ins Ausland oder in anonyme Taschen flössen, sondern direkt in die Gemeinschaft zurückkehrten. «Diese Auszeichnung ist ein Zeichen des Respekts und der Anerkennung für eine Idee, die Zukunft neu denkt und Gemeinschaft erlebbar macht.»

«Mit dem Innovationspreis wollen wir den Unternehmen und Organisationen im Naturpark Mut machen, Neues zu wagen», erklärt Raphael Zahnd, Leiter MarKom und Tourismus vom Naturpark Gantrisch. «Die innovativsten Projekte und Vorhaben prämieren wir mit dem Innovationspreis in den drei Kategorien, welche für Nachhaltigkeit stehen. Nämlich ‹Natur und Landschaft›, ‹Gesellschaft und Soziales›, ‹Nachhaltige Wirtschaft›.» «Verd» erhielt den Preis in der Kategorie «Gesellschaft und Soziales». Damit wurde der gesellschaftliche Wert von «Verd» ausgezeichnet. Die Genossenschaft erwirtschaftet finanzielle Mittel aus einem Bezahlsystem mittels App oder Karte. Die Gewinne daraus fliessen zur Förderung von Solidarität und Gemeinschaft in einen Bevölkerungstopf. Die Genossenschafter vor Ort in den angeschlossenen Gemeinden entscheiden, wozu das Geld verwendet wird. Dabei ist man sich durchaus bewusst, dass man sich in einem Markt mit zahlreichen, profitorientierten Anbietern bewegt: «Als neue Anbieterin einer bestehenden Dienstleistung ist man sich der Konkurrenz auf dem Markt bewusst, allerdings ist es spannend festzustellen, dass viele Regionalbanken hinter dem System stehen», führt Christian Wohlwend aus. «Für sie bringen wir mit unserer Idee interessante Aspekte; weil Regionalbanken in den Dörfern verwurzelt und interessiert sind an aktiven, lebendigen Gemeinden.»

Im Markt positioniert

«Wir sind überzeugt, dass der Wettbewerb als solches anregt und motiviert», sagt Raphael Zahnd vom Naturpark Gantrisch. «Insbesondere durch die Präsenz in der Region und in den Medien erhalten die ausgezeichneten Projekte nicht nur viel Wertschätzung, sondern auch zusätzlichen Schub.» Ein Signal für die Nachhaltigkeit seien Gewinnerinnen und Gewinner der vergangenen Jahre, die sich inzwischen im Markt hätten positionieren können. «Zum Beispiel die ‹Verd Purpose Genossenschaft›, die 2024 in Riggisberg mit einer gesellschaftlichen Innovation gestartet und heute in weiteren Regionen der Schweiz angekommen ist.»


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