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Feldherren und Mörder

Es besteht Anlass zur Sorge. Am Wochenende attackierten Israel und die USA den Iran. Das ist brandgefährlich. Ebenso gefährlich wie ein Autokrat, der unter dem Deckmantel der Demokratie hemmungslos koloniale und territoriale Machtansprüche auslebt. Es handelt sich um einen Mann, der es gewohnt ist, zu bekommen, was er will. Beziehungsweise: sich all das unter die Nägel zu krallen, nach dem ihm gerade gelüstet. Schockierend ist: Die Weltpolitik schaut tatenlos zu, reibt sich ungläubig und ohnmächtig die Augen. Doch zum Glück gibt es einige kritische Denker, die sich unmissverständlich zu Wort melden.


So beispielsweise der US-amerikanische Ökonom Jeffrey Sachs. Die Vereinigten Staaten – oder besser: das amerikanische Regime – seien «drunk with arrogance», also berauscht von Arroganz. Sie sind in Venezuela einmarschiert, überlegen sich eine Invasion in Kuba, schielen nach Grönland und greifen nun den Iran an. «Dies ist ein Desaster», sagte Jeffrey Sachs in den Medien. Den Anführer eines anderen Landes zu töten, sei keine Kleinigkeit. Es ist zu bezweifeln, dass mit der Ermordung von Ali Chamenei, dem Obersten Führer des Irans, sowie ein paar Personen aus seiner
Entourage ein zweifellos fragwürdiges System zum Erliegen gebracht wird.


Gewalt mit Gewalt zu bekämpfen, führt nur zu einem: noch mehr Gewalt. Jeffrey Sachs warnt davor, dass sich dieser Krieg zu einem «generalisierten» Krieg entwickeln könnte, der sich im Nahen Osten und sogar auf die ganze Welt ausbreiten könnte. Der Intellektuelle spart nicht mit deutlichen Worten: «Die USA und Israel sind zwei der gewalttätigsten Länder in der Welt.» Sie hätten nun die Zündschnur zu einem kompletten Desaster angezündet, und zwar auf eine äusserst brutale Weise, was vollkommen primitiv sei. Was muss noch geschehen, damit die internationale Gemeinschaft reagiert und handelt? Ein selbstgefälliger Feldherr im Osten und einer im Westen. Und wir? Mittendrin! Die Zivilbevölkerung der jeweiligen Länder im Bombenhagel. Doch zuletzt stirbt die Hoffnung.