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Eine Form von Gewalt

Echt jetzt, SBV (Schweizer Bauernverband)? Habt Ihr solche Angst vor Franziska Herrens «Initiative für eine sichere Ernährung» (Seite 8/9), dass Ihr überall «Nein zum Vegan-Zwang! Mein Essen, meine Wahl» plakatieren müsst?! Es ist schon erstaunlich, wie viele Männer – Sie haben richtig gelesen, es sind, gemäss Umfrageergebnissen der SRG, vor allem Männer (Zitat: «Während 55 Prozent der Frauen die Ernährungs-initiative annehmen würden, liegt die Zustimmung bei den Männern lediglich bei 39 Prozent») – fürchten, dass ihnen jemand verbieten könnte, täglich Fleisch zu essen. Obwohl dem nicht so ist: Herren fordert mit ihrer Initiative eine Stärkung der inländischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und einen besseren Schutz des Trinkwassers. Und eine bessere Ver-teilung der Subventionen – auch den Landwirtinnen und Landwirten zuliebe! Denn viele unter ihnen sind mit der heutigen Situation unzufrieden und durch sie stark körperlich und psychisch belastet. 

Oben erwähnte SBV-Parole zielt darauf ab, Menschen für dumm zu verkaufen. Doch wer nur über ein bisschen Stolz verfügt, lässt dies nicht zu – und informiert sich in die Tiefe: In dieser und der nächsten Ausgabe möchten wir der Parole Gegensteuer geben, indem wir Wissen vermitteln und aufklären. Denn nur, wer sich in einem Thema auskennt, kann argumentieren, lässt Polemik nicht greifen. «Polemik» stammt übrigens aus dem Griechischen (polemikó: kriegerisch, feindselig) und steht für einen unsachlichen Angriff, bei dem die andere Partei persönlich getroffen oder herabgesetzt wird. Die Aussagen sind überspitzt, um den anderen blosszustellen. Es werden Ironie, Sarkasmus oder Spott genutzt. Es geht nicht um eine Einigung, sondern um den Sieg und das Abwerten des Gegners.

Sogar der Bundesrat verbreitete in Bezug auf Herrens Initiative irreführende Informationen, gegen die das Initiativkomitee nun Beschwerde einreicht. 

Hierzulande müsste mittlerweile in jedem Kopf angekommen sein, dass der Verzicht auf den täglichen (!) Fleischkonsum – man beachte den Methan-Ausstoss und den Wasserverbrauch in der Fleischwirtschaft – der Natur und somit auch uns Menschen zugute kommt. Auch früher ass man nicht täglich Fleisch, wovon das Wort Sonntagsbraten wunderbar erzählt. Tiere empfinden grosse Angst und Schmerzen, bevor und während sie geschlachtet werden, das vermag kein noch so beschönigter Zeitungsbericht abzustreiten: diese «härzigen» Tiere, die wir von unseren Kindern an den Messen so gern streicheln lassen, den Kindern aber verschweigen, dass viele der Tiere den Heimweg nicht mehr antreten
werden – «jüüh» hin oder her. 

Ich gehe so weit zu sagen, dass ein mass- und achtloser Fleischkonsum eine Form von Gewalt ist. Nicht allein an Tieren. Viele Menschen schmerzt dieser unaufhaltsame Massenmord an den Tieren. Finden Sie das polemisch? Dann überdenken Sie doch erst oben erwähnte SBV-Parole.