Skip to main content

-


Anzeige


«Mit meiner Kunst möchte ich andere inspirieren»

Kunst • Sara Brønn liebt es, mit Leinwand und Farbe ihre Emotionen auszudrücken. In ihrem Atelier möchte sie diese Erfahrung auch anderen Menschen jeden Alters ermöglichen. 

| Dorothée Nagel | Begegnung
Sara Brønn entwickelte schon früh ihre ganz eigene Technik, um einzigartige Kunst zu erschaffen. (Bild: Dorothée Nagel)

Ein Ort zum Ankommen, wo man sein kann, wie man ist – so sieht Sara Brønn ihr Atelier für sich selbst und möchte, dass es auch für andere Menschen diese Möglichkeit bietet. Ein lang gehegter Wunsch ging mit dieser Räumlichkeit im Bernapark Stettlen im August 2025 für die Künstlerin in Erfüllung. 

«Bis dahin hatte ich mein Büro zu Hause abgeteilt und hinter meinem Kleiderschrank gemalt. Jetzt ein richtiges Atelier zu haben, das ich auch anderen zugänglich machen kann, bedeutet mir sehr viel.» Gemütlich ist es, liebevoll eingerichtet, die Malutensilien geordnet. 

Zurzeit sind viele bereits abgeschlossene Werke zu sehen, sie hängen an den Wänden, stehen auf Staffeleien, sind teilweise bereits verpackt aufgereiht. Damit ist alles bereit für ihre kommende Ausstellung, die ab dem 16. Oktober in Köniz zu sehen sein wird. Brønns Vorfreude ist gross, ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren, die Nervosität hält sich mittlerweile in Grenzen: «Natürlich ist es immer wieder ein Realisieren, dass die Menschen wegen meiner Kunst und mir dorthin kommen, das hat sich am Anfang surreal angefühlt. Es freut mich immer aus ganzem Herzen, wenn ein Werk von mir ein neues Zuhause findet. Wenn jede und jeder für sich etwas darin sieht und eigene Eindrücke mitnimmt, habe ich mein Ziel schon erreicht.»

Der Weg zum ersten verkauften Bild

Für Farben hat sich die 31-Jährige schon immer begeistern können, denn «das Leben ist bunt». Als Kind habe sie es geliebt, Kassetten zu hören und es sich dazu mit Ausmalbildern gemütlich zu machen. Die Begeisterung für das Malen entwickelte sich von da an immer weiter, vor allem mit dem Mischen von Farben habe sie zunehmend experimentiert. «Meine Technik habe ich weiterentwickelt, doch die Grundlagen sind mir bis heute geblieben», blickt Brønn zurück, die gerne ihren eigenen Weg geht. «Es hat mich nie gereizt, Kurse zu besuchen; ich kreiere lieber etwas selbst, was meine Kunst einzigartig macht.» 

Beruflich war die Kunst zunächst kein Thema für die gelernte Köchin, die später noch eine Ausbildung zur Fachfrau Textil absolvierte, verschiedene Stationen im Verkauf durchlief und heute als Verkaufsleiterin im Medienbereich arbeitet. «Ich wollte zunächst eine Ausbildung absolvieren und ein gesichertes Einkommen haben, ausserdem berate ich gerne und habe gerne mit Menschen zu tun, egal ob in meinem Beruf im Büro oder als Künstlerin», sagt Brønn über sich selbst. 

Dass Kunst jedoch mehr als ein Hobby in ihrem Leben darstellt, wurde ihr spätestens bewusst, als sie sich 2018 zum ersten Mal an eine grosse Leinwand wagte und wusste, «das ist es, was mich erfüllt und wo ich mich ausdrücken kann.» 

Um besser einschätzen zu können, ob ihre ersten Arbeiten auch aus professioneller Sicht Potenzial hätten, holte sie damals die Expertise einer Galeristin ein. Nachdem das Urteil positiv ausgefallen war, fasste die gebürtige Stettlerin den Mut, die nächsten Schritte zu gehen. 

«Die Galerie Hess in Wabern suchte damals nach Künstlerinnen und Künstlern für eine Ausstellung», erzählt Brønn von ihren Anfängen. «Ich habe mich damals überwunden und dort angerufen. Tatsächlich durfte ich ihnen meine Werke zeigen, und sie wurden in die Ausstellung aufgenommen.» Ein komisches Gefühl sei es damals gewesen, neben bekannten Kunstschaffenden ausgestellt zu sein, doch nach kurzer Zeit sei bereits eine Frau auf sie zugekommen, die sich für eines ihrer Bilder interessiert habe und es kaufen wollte. «Ich musste dann erst mal beim Galeristen nachfragen, was ich jetzt genau machen muss», blickt Brønn lachend zurück. «Ich hatte ja überhaupt keine Ahnung. Aber es war definitiv ein stolzer Moment sowie Meilenstein als Künstlerin.» Seither habe sie sich nicht nur selbst, sondern auch als Künstlerin immer mehr gefunden.

Nie versiegende Inspiration

Unsicherheit vor der weissen Leinwand? Diese kennt Sara Brønn nicht – oder zumindest nicht mehr. «Ganz am Anfang gab es auch Momente, in denen ich nicht genau wusste, wie ich anfangen soll, aber inzwischen kommt das nicht mehr vor.» Bereits bevor sie anfange, habe sie ein Bild im Kopf und sehe genau vor sich, wie es einmal sein sollte. Für die kommende Ausstellung entwickelte sie erstmals eine komplette Serie und habe sofort gewusst, dass diese zwölf Arbeiten umfassen würde. 

Weggeworfen habe sie im Prozess noch nie etwas, auch das mutwillige Zerstören eines Werkes, das ihr nicht gefalle, sei nicht ihre Art, mit ihrer Kunst umzugehen. «Das liegt vielleicht da-ran, dass ich nicht direkt aus einer Emotion heraus male», reflektiert Brønn ihr Schaffen. «Ich stelle mich nicht extra an eine Leinwand, wenn ich wütend oder traurig bin. Beim Malen bin ich sehr im Fokus und verarbeite Dinge eher unbewusst, doch anschliessend geht es mir immer besser.» Rückblickend würden ihre Bilder immer Lebensphasen widerspiegeln, da sie alle etwas sehr Persönliches ausdrücken würden und Ausdruck einer tief empfundenen Spiritualität und Lebensfreude seien.

Inspiration finde sie überall, im Alltag, in der Natur, doch häufig kämen ihr beim Einschlafen Ideen. «Manchmal fange ich dann auch direkt an, denn wenn mir etwas einfällt, würde ich es immer am liebsten sofort umsetzen», schmunzelt die Künstlerin. Inzwischen habe sie für diese Fälle ein Notizbuch parat liegen, um wenigstens etwas festzuhalten, obwohl sie lieber direkt loslegen würde. Wichtig ist Brønn ihr Konzept «Kunst ohne Entschuldigung» – ein Titel, der den Mantel ihrer Arbeit darstellt. «Das war eine künstlerische Eingebung», erläutert sie dazu. «Man entschuldigt sich im Alltag für so vieles, auch wenn es oft gar nicht nötig wäre. In der Kunst muss man sich nicht entschuldigen, denn sie ist, wie sie ist. Das möchte ich gerne vermitteln.»

Kunst für alle zugänglich machen

Was ihr in ihrer nicht sehr grosszügig bemessenen Freizeit Freude bereitet, ist ihr Schrebergarten. «Ich bin gerne draussen, es erdet mich buchstäblich, im Garten zu arbeiten und meine eigene Ernte zu verarbeiten. Das ist vor allem nebst Sport mein Ausgleich zur Arbeit im Büro», so Sara Brønn, die eigentlich Brönnimann mit Nachnamen heisst. 

Woher der nordisch anmutende Künstlername stammt? Sie habe etwas gesucht, was ihren Namen präg-nant abkürzen würde, und ihre Faszination für Skandinavien sei gross, da habe das die perfekte Kombination ergeben. 

Inzwischen kennt man Sara Brønn nicht nur für ihre eigenen Arbeiten, sondern auch für eine ganze Reihe weiterer Formate, die sie tatendurstig umsetzt. In ihrem Atelier bietet sie Mal-erlebnisse für alle Altersgruppen an (siehe Infobox), die allen Interessierten die Möglichkeit bieten sollen, in einem wertschätzenden Umfeld sich selbst und den eigenen Gedanken zu begegnen und dabei kreativ zu werden. Darüber hinaus bietet sie «Kunst auf Wunsch» an (siehe Infobox) und gestaltet damit Auftragsarbeiten, bei denen die Kundenvorstellungen ganz unterschiedlich ausfallen.

«Bisher war aber noch nie etwas dabei, das ich nicht umsetzen konnte oder mir nicht auch selbst gefallen hätte», so die Künstlerin. «Wenn sich jemand etwas aussuchen würde, das überhaupt nicht mein Stil ist, würde ich es nicht machen.» Besonders schön sei es, wenn Kunden emotional reagieren würden, wenn sie das Ergebnis sähen. «Da sind auch schon Freudentränen geflossen, ein erfüllendes Gefühl und dankbares Erlebnis.»

Eine eigene Modelinie unter dem Label «Sara Stellar» ist mit einer ausgewählten Kollektion an Streetwear-Kleidungsstücken erhältlich, und im Sommer dieses Jahres startete Brønn zum ersten Mal ihre eigene Benefizaktion mit «Kunst für einen Herzenswunsch». Dabei sammelte sie gemeinsam mit der Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe Spenden, um den Herzenswunsch eines neunjährigen, onkologisch erkrankten Mädchens aus der Region zu erfüllen. Dies verlief so erfolgreich, dass auch für das kommende Jahr eine Spendenaktion geplant ist, denn «wenn ich mit meiner Kunst Menschen eine Freude machen kann, macht es mich ebenso glücklich.»

Sind damit bereits alle Ziele von Sara Brønn erfüllt? «Vor zwei Jahren habe ich noch einen grossen Meilenstein erreicht, als ich zum ersten Mal Kunst von mir ins Ausland verkaufen konnte.» Ihren weiteren Werdegang lässt sie aber lieber offen. «Ich möchte Menschen von jung bis alt eine Freude mit meiner Kunst machen. Ansonsten lasse ich mich gerne überraschen, was das Leben für mich bereithält, ich vertraue ganz auf meinen Weg. Meistens kommt es ja sowieso ganz anders, als man es sich gedacht hat.


Ihre Meinung interessiert uns!


Verwandte Artikel


Der Crooner mit der Merlot-Stimme

Hünibach • Daniel Spichiger ist Jazzsänger, Komponist, Pianist und Bauingenieur. Sein Herz gehört allerdings nicht den Immobilien, sondern der Musik. Seine samtene Stimme klingt wie gut gereifter Merlot, nach Pflaume, schwarzer Kirsche und Schokolade. 

Gemeinsam etwas bewirken

Blumenstein • Michael Kammer ist Gemeindepräsident und Forensiker bei der Kantonspolizei Bern. Auf den ersten Blick zwei völlig unterschiedliche Gebiete, doch auf den zweiten Blick eröffnen sich Parallelen. An beiden Orten ist die Zusammenarbeit im Team wichtig, ebenso Genauigkeit und Objektivität.

Die sanfte, ganzheitliche Körpertherapie

Belp • Antonietta Baccile ist Craniosacral-Therapeutin. Sie versteht sich, wie sie sagt, als Begleiterin und Vermittlerin von Verständnis und Selbstwirksamkeit. Wichtig ist ihr die Hilfe zur Selbsthilfe. Denn sie erfuhr am eigenen Leib, was es bedeutet, mit Schicksalsschlägen umgehen zu müssen.&nbs…

Der Crooner mit der Merlot-Stimme

Hünibach • Daniel Spichiger ist Jazzsänger, Komponist, Pianist und Bauingenieur. Sein Herz gehört allerdings nicht den Immobilien, sondern der Musik. Seine samtene Stimme klingt wie gut gereifter Merlot, nach Pflaume, schwarzer Kirsche und Schokolade. 
| Sonja Laurèle Bauer | Begegnung

Gemeinsam etwas bewirken

Blumenstein • Michael Kammer ist Gemeindepräsident und Forensiker bei der Kantonspolizei Bern. Auf den ersten Blick zwei völlig unterschiedliche Gebiete, doch auf den zweiten Blick eröffnen sich Parallelen. An beiden Orten ist die Zusammenarbeit im Team wichtig, ebenso Genauigkeit und Objektivität.
| Adrian Hauser | Begegnung

Anzeige