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Es ist Wanderwetter

Wandern • Die Saison ist eröffnet: Der Frühling mit den angenehmen Temperaturen – nicht zu heiss und nicht zu kalt – bietet sich an, die Wanderausrüstung aus dem Keller zu nehmen.

| Adrian Hauser | Gesellschaft
Die Panoramabrücke bei Sigriswil ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wandernde. Bild: Adrian Hauser, farbgarage.ch

Heutzutage ist das Wandern kaum mehr als Schweizer Kulturgut wegzudenken: Geübte Rotsockenwanderer erklimmen auch im Pensionsalter entfernte Gipfel, Eltern gewöhnen ihren Nachwuchs mit unterhaltsamen Spielen unterwegs an die ersten Wandertouren, junge Erwachsene stellen ausgekundschaftete Landschaftsjuwelen online zur Schau. Wandern ist gemäss dem Verband «Schweizer Wanderwege» eine Lifetime-Sportart und ein Volkssport. Denn gewandert werde in allen Altersklassen, und wer in jungen Jahren damit anfange, wandere meist ein Leben lang. Insgesamt wandern gemäss «Schweizer Wanderwege» rund 58 Prozent der Bevölkerung über 15 Jahren regelmässig. Damit liege Wandern an der Spitze der in der Schweiz ausgeübten Sportaktivitäten. 2023 habe es das Wandern gar auf die Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz geschafft. Die Basis für diese Erfolgsgeschichte legten zwei Männer aus dem Mittelland. Sekundarlehrer Johann Jakob und sein Freund Otto Binder, damaliger Sekretär der Stiftung Pro Juventute und des Bunds der Schweizer Jugendherbergen, erkannten die Notwendigkeit von speziell für Fussgängerinnen und Fussgänger bezeichneten Pfaden fernab von Staub, Lärm und Abgasen der von Autos befahrenen Stras­sen. Gemeinsam begannen sie in der Stadt Zürich Wanderrouten zu markieren, die in die Natur hinausführten. Der Rest ist quasi Geschichte. Denn auch in anderen Kantonen wuchs das Interesse an ausgeschilderten Wanderwegen, denn das Bedürfnis nach Ruhe und Ausgleich zum von der Industrialisierung geprägten Alltag ist gemäss dem Verband «Schweizer Wanderwege» schon damals gross gewesen. Bereits ein Jahr später trafen sich Mitte Dezember rund 40 Delegierte, um die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Wanderwege – den heutigen Verband «Schweizer Wanderwege» – zu gründen.

Wandern kann man grundsätzlich das ganze Jahr. Es ist eine Frage der Sicherheit, des eigenen Könnens und der persönlichen Vorlieben. Man kann sich im Vorfeld bei der lokalen Tourismusorganisation oder Bergbahnstation informieren, ob die Bergwanderwege aktuell im Frühling bereits begehbar sind und wie es um die Wegverhältnisse steht. Tatsächlich ist Schnee ein wichtiger Punkt beim Frühlingswandern. Denn in höheren Lagen kann dieser auch noch im Juni liegen. Oft ist es harter Altschnee, auf dem man leicht ausrutschen kann. Steile Altschneefelder sind deshalb gemäss «Schweizer Wanderwege» zu umgehen. Und auch wenn im Frühjahr kein Schnee mehr liegt, sei es durchaus noch möglich, dass Lawinengefahr herrsche. Im Gegenzug kann durch das Tauwetter und den Regen der Boden im Frühling feucht und rutschig, am Morgen sogar noch gefroren sein. Wenn Sie also auch finden, es ist Wanderwetter: Geniessen Sie die Sonne – aber mit Vorsicht!


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