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Jugendliche möglichst früh integrieren

Belp/Jugendfeuerwehr • Bereits mit 14 Jahren können Interessierte einen Basiskurs absolvieren, um anschliessend an den Übungen der erwachsenen Feuerwehrleute teilzunehmen. Wer schon als Jugendlicher in der Feuerwehr aktiv ist, bleibt häufig auch dabei. Diese Erfahrung macht man auch in Belp, wie Co-Kommandant Stephan Oberli berichtet.
| Dorothée Nagel | Gesellschaft
Die Jugendfeuerwehr Thun ist eine von vielen Jugendfeuerwehren der Region – Nachwuchs ist unabdingbar, damit der Bevölkerungsschutz gewährleistet ist. (Bild: Schutz und Rettung Thun/zvg)

Aktiv im Feuerwehrdienst zu sein, geht mit vielen Anforderungen einher – gerade für eine Milizfeuerwehr ist es daher essenziell, immer wieder Nachwuchs zu gewinnen. Ein wesentlicher Bestandteil davon ist das Konzept der Jugendfeuerwehr. Im Kanton Bern können sich Interessierte ab 14 Jahren bei der Feuerwehr ihres Wohnorts melden, auch wenn diese keine explizite, separate Jugendfeuerwehr betreibt. Die Ausrüstung wird dann zur Verfügung gestellt, und die Heranwachsenden werden für die Ausbildung angemeldet, die wiederum von der Gebäudeversicherung Bern (GVB) angeboten und durchgeführt wird. 

Motiviert bei der Sache

An diesem Programm partizipiert auch die Feuerwehr Regio Belp. Innerhalb von fünf Tagen werden den Jugendlichen von den Instruktorinnen und Instruktoren der GVB Grundkenntnisse vermittelt, die den Basiskursen für Erwachsene gleichen. Anschliessend kehren sie wieder zur zuständigen Feuerwehr ihrer Wohngemeinde zurück und nehmen dort gemeinsam mit den Erwachsenen an den obligatorischen zehn bis zwölf Übungen jährlich teil. «Das Konzept ist super», sagt Stephan Oberli, Co-Kommandant der Feuerwehr Regio Belp. «Die Jugendlichen sind extrem willig und motiviert bei der Sache.» Oft kämen sie auch direkt in kleinen Gruppen, kennen sich bereits und seien schon vorher befreundet. Natürlich sei es ein spannendes Alter, und sich wirklich auf die Verpflichtungen einzulassen, sei «auch ein bisschen Lebensschule». 

Voneinander lernen

Zu den Einsätzen dürfen die Heranwachsenden selbstverständlich nicht ausrücken, bevor sie nicht volljährig sind. Doch wenn es so weit ist, können sie gemäss Oberli schon von viel Wissen und einem grossen Erfahrung schatz profitieren. Es sei ja auch nicht immer nur die nachfolgende Generation, die etwas lerne, so Oberli. «Die Älteren sind auch immer wieder gefordert und wollen Schritt halten. Das gegenseitige Lernen ist sehr wichtig.» Für den Kommandanten ist es besonders schön, die jungen Menschen auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben zu begleiten und ihnen dabei etwas mitzugeben. 

Die Freude steht im Vordergrund

Voraussetzungen gebe es zunächst nicht viele, die Freude bei den Jugendlichen stehe im Vordergrund. Körperliche Fitness und Verantwortungs-gefühl würden aber auch nicht schaden. Die Geschlechterverteilung ist langsam nicht mehr ganz so starr wie noch vor einigen Jahren – aktuell haben die ersten Mädchen den Weg in die Belper Feuerwehr gefunden, und unter den Erwachsenen liegt die Frauenquote gemäss Oberli inzwischen bei circa 20 Prozent. 

Für die Gesellschaft da sein 

Stephan Oberlis Fazit zu Jugendlichen in den Reihen der Feuerwehr Regio Belp ist durchweg positiv: «Es ist ein gesellschaftliches Problem weit über die Feuer-wehr hinaus, die richtigen Leute mit einer so grossen Bereitschaft zu finden, etwas für die Allgemeinheit zu tun und in ihrer Freizeit Einsätze und Ausbildungen zu absolvieren. Zudem sollten sie noch tagsüber verfügbar sein. Ob man das rein über die Jugendfeuerwehr lösen kann, ist schwer zu sagen, aber es ist auf jeden Fall ein guter Weg.» Es sei klar, dass viele während oder nach der Lehre oder einem Studium zügeln würden, doch dafür kämen ja auch wieder andere neu nach Belp, die bereits an einem vorigen Wohnort in der Feuerwehr gewesen seien. Abschliessend resümiert er: «Etwas mehr als die Hälfte der Jugendlichen bleibt auch später noch in der Feuerwehr aktiv.»


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