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Sicherheit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt

Thun • Thun ist gemäss Raphael Lanz eine der sichersten Städte in der Schweiz. An gefährdeten Orten werden mobile Sperren eingesetzt, um Unfälle zu vermeiden und die Bevölkerung zu schützen. Diese haben sich bewährt und sind einfach in der Handhabung.
| Adrian Hauser | Gesellschaft
Anlässe wie der Weihnachtsmarkt brauchen ein erhöhtes Sicherheitsaufkommen. Sicherheit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. (Bild: Patrick Liechti, Stadt Thun)

Der Stadtrat von Thun behandelte letzte Woche eine Interpellation betreffend «Prüfung von Sicherheitsmassnahmen durch Poller an gefährdeten Orten in der Stadt Thun». Die Interpellation nimmt Bezug auf die Vorfälle vom letzten September am Bahnhof Olten. Dort verlor eine Autofahrerin die Kontrolle über ihr Fahrzeug und krachte in eine Bushaltestelle. Die Fahrerin und zwei weitere Personen wurden dabei verletzt. Man erinnere sich auch an die Amokfahrt auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt von Ende 2024. Ein Mann raste mit einem Pkw mit rund 50 Stundenkilometern in die Menschenmenge und tötete dabei sechs Personen. In Thun ist so was zum Glück noch nie vorgekommen. «Thun ist eine der sichersten Städte in der Schweiz», sagt Raphael Lanz (SVP), Stadtpräsident von Thun und Regierungsratskandidat. «Dies dank der guten Arbeit der Direktion Sicherheit und Soziales sowie der Kantonspolizei und auch deshalb, weil wir jeweils in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei rasch reagieren, wenn sich Probleme abzeichnen».

Verträgliche Lösung

Die Interpellation zu den Pollern wurde von der Fraktion FDP / Die Mitte eingereicht. Sie führte ins Feld, dass es in Thun zahlreiche Orte mit hohem Fussgängeraufkommen gebe. Darunter beispielsweise den Bahnhofplatz, die Bahnhofstrasse, den Mühleplatz oder weitere zentrale Bereiche der Alt- und Innenstadt. Hinzu kämen regelmässig wiederkehrende oder einmalige Veranstaltungen wie Märkte, Fasnacht, der Fulehung, das Thunfest, Konzerte oder Kundgebungen. «An solchen Orten treffen viele Menschen auf potenziell befahrbare Zufahrtswege, was besondere Risiken mit sich bringen kann», so die Interpellation weiter. Moderne Poller-, Sperr- und Fahrzeugbarrierensysteme bieten heute gemäss der Interpellation flexible und städtebaulich verträgliche Lösungen, die sowohl dauerhaft als auch temporär eingesetzt werden können. Diese sollen «den öffentlichen Raum schützen, ohne diesen unnötig einzuschränken oder den Zugang für Rettungsdienste, Anwohnende, Menschen mit Beeinträchtigung oder den Lieferverkehr zu beeinträchtigen».

Präventiv investieren

Tatsächlich kamen solche mobilen Sperren bei der Fasnacht im Februar zum Einsatz. Dies an sämtlichen Zugängen zu Innenstadt. Sie wurden im Frühling des letzten Jahrs angeschafft und schlugen mit rund 150 000 Franken zu Buche. «Der Gemeinderat hat sich für diese Anschaffung entschieden, weil er seine Verantwortung wahrnehmen und präventiv in die Sicherheit investieren wollte», erklärt Raphael Lanz. «Beim Einsatz an der Fasnacht haben sich die mobilen Sperren bewährt, weil sie im Gegensatz zu den früher eingesetzte Betonelementen einfach in der Bedienung sind.» Im Rahmen der Interpellation wurde beispielsweise gefragt, an welchen Orten der Gemeinde-rat aufgrund der heutigen Situation eine erhöhtes Schutz- oder Sicherheits-bedürfnis gegenüber Fahrzeugen sehe. Der Gemeinderat hält in seiner Antwort fest, dass der Vorfall in Olten zeige, dass nicht ausschliesslich die Örtlichkeit und das potenzielle Personenaufkommen für die Risikoanalyse massgebend seien. Ein solcher Vorfall könne sich überall in der Stadt ereignen. «Ein erhöhtes Schutzbedürfnis besteht jedoch bei stark frequentierten Orten, wie beispielsweise dem Bahnhofsplatz und der Innenstadt», sagt Raphael Lanz. «An solchen Orten greifen auch ständige präventive Sicherheitsmassnahmen wie sichtbare Präsenz von Polizei oder Sicherheitspersonal.» Für grössere Veranstaltungen mit einem hohen Publikumsaufkommen werden jeweils Einzelfallanalysen gemacht und dementsprechend Massnahmen definiert. Es wird zudem ein Sicherheitskonzept erstellt, wobei grundsätzlich die Veranstaltenden für die Sicherheit verantwortlich sind. Diese sind dabei jedoch nicht alleine. Die Abteilung Sicherheit (Veranstaltungsbüro) nimmt danach in enger Absprache mit den Blaulichtorganisationen – insbesondere der Kantonspolizei Bern – und den Veranstaltenden eine Analyse vor, wie der Gemeinderat unter anderem in der Beantwortung der Interpellation festhält. Bei der Analyse «müssen Zufahrten für Anlieferungen, Rettungsachsen sowie das Personenaufkommen berücksichtigt werden».

Sicherheit als zentrales Element

Die Interpellation, die von Lara Müller von Die Mitte eingereicht wurde, fragt zudem, welche Varianten von fest installierten, versenkbaren oder mobilen Pollern sowie anderen Barrieren der Gemeinderat für öffentliche Räume und Veranstaltungen in Betracht ziehe. «Der Gemeinderat bevorzugt mobile Sperren, weil diese kostengünstig und flexibel eingesetzt werden können», hält Raphael Lanz fest. «Diese wurden bereits an verschiedenen Anlässen wie Thunfest, Ausschiesset oder Weihnachtsmarkt eingesetzt. Das System bewährt sich bis jetzt sehr.» Die Stadt Thun setzt einerseits Betonblöcke, andererseits mobile Sperren des «Armis One» ein. Je nach Anlass werden auch Teile von Strassenzügen gesperrt. Die mobilen Poller- und Sperrsysteme hätten zudem den Vorteil, dass durch den temporären Einsatz kein Interessenkonflikt zwischen Stadtbild und
Sicherheit entstehe. 

Die Sicherheit liegt Raphael Lanz am Herzen, weil sie eine zentrale Voraussetzung für ein gutes Zusammenleben und eine erfolgreiche Wirtschaft ist. Auch als Regierungsrat möchte er sich dafür einsetzen, dass die Sicherheit in einem umfassenden Sinn im Kanton Bern einen hohen Stellenwert hat. «Ohne Sicherheit fehlt eine wesentliche Grundlage für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine erfolgreiche Wirtschaft, deshalb ist die Gewährleistung von Sicherheit eine zentrale staatliche Aufgabe.»


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