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«Die ‹Vegi-Initiative› ist eine Zwängerei und einmal mehr unnötig»

Berner Bauern Verband | Auf Anfrage haben wir folgende schriftliche Stellungnahme zur Haltung gegenüber der «Ernährungsinitiative» erhalten. Es sind deutliche Worte.

| BEBV/sl | Politik
Schweine
Die Behauptung, dass 82 Prozent der Agrarsubventionen in die Produktion von tierischen Lebensmitteln fliessen, ist falsch, heisst es beim Berner Bauern Verband. Pixabay

 «Die Ernährungsinitiative will einen Netto-Selbstversorgungsgrad von mindestens 70 Prozent, indem die Produktion von pflanzlichen Lebensmitteln gefördert und jene von tierischen Produkten staatlich verordnet zurückgebunden wird. Mit ihrer ‹Vegi-Initiative› will Franziska Herren den Konsumentinnen und Konsumenten also vorschreiben, wie sie zu essen haben. Des Weiteren missachtet die Initiative die Gegebenheiten in der Schweiz. In weiten Teilen des Landes, gerade im Berg- und Hügelgebiet, wächst nur Gras, und auch Kunstwiesen in den Talregionen haben enorme Vorteile für die Bodenfruchtbarkeit. Das Gras und die Kunstwiesen können ausschliesslich über Raufutterverzehrer für die menschliche Ernährung genutzt werden.

Die Initiative ist zudem eine Zwängerei: Das Stimmvolk sagte in den letzten zwei Jahren deutlich Nein zu den beiden extremen Agrarinitiativen und der Massentierhaltungsinitiative und stellte sich damit hinter die einheimische Land- und Ernährungspolitik.

Falsche Behauptung

Die Initianten versuchen sich mit falschen Argumenten stark zu machen: Die von Franziska Herren verbreitete Behauptung, wonach 82 Prozent der Agrarsubventionen in die Produktion von tierischen Lebensmitteln fliessen – und nur 18 Prozent in den Pflanzenbau – ist falsch. Rund 60 Prozent der landwirtschaftlichen Fördermassnahmen (Direktzahlungen, Produktions- und Absatzmassnahmen, Strukturverbesserungen) lassen sich nicht der tierischen oder pflanzlichen Produktion zuordnen. Die Direktzahlungen – diese machen den Hauptanteil aus – sind an das bewirtschaftete Land gebunden und beinhalten keinen Anreiz zur Produktion von tierischen Lebensmitteln. Eine direkte Förderung der Tierhaltung gibt es über die Tierwohlprogramme, welche eine besonders tierfreundliche Haltung entschädigen, die Sömmerungsbeiträge fürs Alpgebiet und die Käsezulagen. Letztere gleichen die abgeschafften Importzölle für Käse aus.

Bereits in Umsetzung und Planung

Die Initiative ist einmal mehr unnötig: Mit dem Absenkpfad der Agrarpolitik 22+ und der angekündigten Agrarpolitik 2030 sind weitgehende Änderungen der Rahmenbedingungen für eine noch nachhaltigere Landwirtschaft bereits in Umsetzung und in Planung. Eine neue Initiative braucht es dafür nicht. Darüber hinaus bedeuten solche extreme Forderungen für die Bauernfamilien jeweils eine enorme psychische Be­lastung.»


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| Adrian Hauser | Politik

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