«Der Kanton kann erfolgreicher sein»
Thun • Thuns Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP) kandidiert für die Regierungsratswahlen von Ende März. Er erklärt, warum eine solide Finanzpolitik wichtig ist für den Wirtschaftsstandort und warum Steuersenkungen langfristig zu mehr Einnahmen führen können.
Sie kritisieren die hohe Steuerbelastung im Kanton. Wo liegt aus Ihrer Sicht das Hauptproblem?
Raphael Lanz: Der Kanton weist schweizweit eine der höchsten Steuer-belastungen auf. Das hat konkrete Folgen: Die Bürgerinnen und Bürger haben weniger im Portemonnaie und bei Investitionsentscheiden von Unternehmen kommen wir oft gar nicht erst in die engere Auswahl. Dabei verfügen wir über zahlreiche positive Standortfaktoren, die wir so nicht ausspielen können.
Welches sind die positiven Standort-faktoren, die der Kanton nicht aus-spielen kann?
Der Kanton Bern ist der grösste Landwirtschaftskanton, aber auch der grösste Industriekanton, wir haben sehr innovative KMU und sehr gut ausgebildete und zuverlässige Fachkräfte. Dazu haben wir Landschaften, um die uns die ganze Welt beneidet.
Spüren Sie auch Auswirkungen der hohen Steuerlast bei Privatpersonen?
Ja, insbesondere bei Kaderpersonen. Das lässt sich an verschiedenen Orten beobachten, etwa im Oberaargau oder im Oberland. Viele arbeiten im Kanton, wohnen aber in benachbarten Kantonen oder Regionen wie zum Beispiel in Solothurn, im Aargau, in Luzern oder in der Innerschweiz. Diese Personen versteuern ihr Einkommen nicht im Kanton Bern, und dieses Steuersub-strat fehlt uns.
Gegner von Steuersenkungen warnen vor Einnahmeausfällen. Teilen Sie diese Sorge?
Nein. Die Erfahrung zeigt, dass Steuersenkungen mittel- und langfristig nicht zu weniger, sondern zu mehr Steuereinnahmen führen. Entscheidend sind die sogenannten dynamischen Effekte: Unternehmen investieren eher, Arbeitsplätze entstehen, qualifizierte Fachkräfte bleiben oder ziehen zu. Dadurch wächst die Steuerbasis, und der Staat kann seine Aufgaben – etwa im Sozial- oder Bildungsbereich – langfristig besser finanzieren.
Sie verweisen dabei auf Ihre eigene finanz-politische Erfahrung. Können Sie das konkretisieren?
Ich trage nun seit fast 16 Jahren die Gesamtverantwortung als Stadtpräsident und durfte parallel über viele Jahre auch direkt finanzpolitische Verantwortung übernehmen: acht Jahre als Mitglied der Finanzkommission des Grossen Rates sowie acht Jahre als Finanzvorsteher. Dazu kamen einzelne Grossprojekte wie das Parkhaus Schlossberg, das trotz anspruchsvollem Untertagebau rund zwei Millionen Franken unter dem Kostenvoranschlag abgeschlossen hat. In Thun haben wir stets eine solide Finanzpolitik und klare Ausgabendisziplin verfolgt, weshalb wir die Steuern senken konnten.
Welche Rolle spielen neben der Steuer-politik weitere Standortfaktoren?
Eine sehr wichtige. Steuerpolitik ist ein zentraler Hebel, aber nicht der einzige. Wenn die Standortattraktivität insgesamt stimmt, werden auch Ansiedlungen wie das Swiss Football Home möglich. Dieses wird in Thun angesiedelt und beherbergt den Hauptsitz des Schweizerischen Fussballverbands. Die damit verbundenen rund 150 Arbeitsplätze werden wiederum neues Steuersubstrat schaffen – und bestätigen den eingeschlagenen Ansatz.
Der Kanton könnte finanziell also noch erfolgreicher sein? Wie das?
Ich bin überzeugt, dass der Kanton noch erfolgreicher sein kann. Mit wettbewerbsfähigen Steuern, einer disziplinierten Finanzpolitik, raschen Verfahren und einer klaren Standortstrategie lassen sich Wachstum und solide Staatsfinanzen miteinander verbinden.
Thun • Thuns Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP) kandidiert für die Regierungsratswahlen von Ende März. Er erklärt, warum eine solide Finanzpolitik wichtig ist für den Wirtschaftsstandort und warum Steuersenkungen langfristig zu mehr Einnahmen führen können.
Sie kritisieren die hohe Steuerbelastung im Kanton. Wo liegt aus Ihrer Sicht das Hauptproblem?
Raphael Lanz: Der Kanton weist schweizweit eine der höchsten Steuer-belastungen auf. Das hat konkrete Folgen: Die Bürgerinnen und Bürger haben weniger im Portemonnaie und bei Investitionsentscheiden von Unternehmen kommen wir oft gar nicht erst in die engere Auswahl. Dabei verfügen wir über zahlreiche positive Standortfaktoren, die wir so nicht ausspielen können.
Welches sind die positiven Standort-faktoren, die der Kanton nicht aus-spielen kann?
Der Kanton Bern ist der grösste Landwirtschaftskanton, aber auch der grösste Industriekanton, wir haben sehr innovative KMU und sehr gut ausgebildete und zuverlässige Fachkräfte. Dazu haben wir Landschaften, um die uns die ganze Welt beneidet.
Spüren Sie auch Auswirkungen der hohen Steuerlast bei Privatpersonen?
Ja, insbesondere bei Kaderpersonen. Das lässt sich an verschiedenen Orten beobachten, etwa im Oberaargau oder im Oberland. Viele arbeiten im Kanton, wohnen aber in benachbarten Kantonen oder Regionen wie zum Beispiel in Solothurn, im Aargau, in Luzern oder in der Innerschweiz. Diese Personen versteuern ihr Einkommen nicht im Kanton Bern, und dieses Steuersub-strat fehlt uns.
Gegner von Steuersenkungen warnen vor Einnahmeausfällen. Teilen Sie diese Sorge?
Nein. Die Erfahrung zeigt, dass Steuersenkungen mittel- und langfristig nicht zu weniger, sondern zu mehr Steuereinnahmen führen. Entscheidend sind die sogenannten dynamischen Effekte: Unternehmen investieren eher, Arbeitsplätze entstehen, qualifizierte Fachkräfte bleiben oder ziehen zu. Dadurch wächst die Steuerbasis, und der Staat kann seine Aufgaben – etwa im Sozial- oder Bildungsbereich – langfristig besser finanzieren.
Sie verweisen dabei auf Ihre eigene finanz-politische Erfahrung. Können Sie das konkretisieren?
Ich trage nun seit fast 16 Jahren die Gesamtverantwortung als Stadtpräsident und durfte parallel über viele Jahre auch direkt finanzpolitische Verantwortung übernehmen: acht Jahre als Mitglied der Finanzkommission des Grossen Rates sowie acht Jahre als Finanzvorsteher. Dazu kamen einzelne Grossprojekte wie das Parkhaus Schlossberg, das trotz anspruchsvollem Untertagebau rund zwei Millionen Franken unter dem Kostenvoranschlag abgeschlossen hat. In Thun haben wir stets eine solide Finanzpolitik und klare Ausgabendisziplin verfolgt, weshalb wir die Steuern senken konnten.
Welche Rolle spielen neben der Steuer-politik weitere Standortfaktoren?
Eine sehr wichtige. Steuerpolitik ist ein zentraler Hebel, aber nicht der einzige. Wenn die Standortattraktivität insgesamt stimmt, werden auch Ansiedlungen wie das Swiss Football Home möglich. Dieses wird in Thun angesiedelt und beherbergt den Hauptsitz des Schweizerischen Fussballverbands. Die damit verbundenen rund 150 Arbeitsplätze werden wiederum neues Steuersubstrat schaffen – und bestätigen den eingeschlagenen Ansatz.
Der Kanton könnte finanziell also noch erfolgreicher sein? Wie das?
Ich bin überzeugt, dass der Kanton noch erfolgreicher sein kann. Mit wettbewerbsfähigen Steuern, einer disziplinierten Finanzpolitik, raschen Verfahren und einer klaren Standortstrategie lassen sich Wachstum und solide Staatsfinanzen miteinander verbinden.